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Spotify & KI: Mensch, Maschine, irgendwas dazwischen

Die Musikbranche sucht gerade fieberhaft nach einer Antwort auf KI und entdeckt dabei ein Problem: Es gibt nicht mehr nur "menschengemacht" und "KI-generiert". Spotify führt ab Mitte September Kennzeichnungen für künstliche Künstleridentitäten ein. Wer aussieht wie ein fotorealistischer Mensch, aber keiner ist, bekommt künftig ein AI-Persona-Badge und landet standardmäßig weder in redaktionellen noch in algorithmischen Empfehlungen. Bemerkenswert: Das sagt zunächst überhaupt nichts darüber aus, wie die Musik entstanden ist.

Traxsource versucht es deshalb eine Ebene tiefer. Dort heißen Tracks seit Juli "Human-Made", "AI-Assisted", "Inconclusive" oder "Not Scanned". Rein per Prompt erzeugte Musik will der Downloadshop aus seinem Angebot heraushalten; KI als Werkzeug bleibt erlaubt. Schon "Inconclusive" verrät allerdings, wie schwierig die hübsche neue Zutatenliste in der Praxis wird – Traxsource räumt selbst ein, dass zuverlässige KI-Erkennung derzeit kaum möglich ist.

Gleichzeitig baut Suno die Grenze weiter ab. Studio 2.0 ist längst nicht mehr bloß die Kiste, in die man "Mach mir einen Technohit" tippt: MIDI, Synthesizer, Effekte und Automation sitzen neben einem Chat-Assistenten, der Instrumente oder Vocals erzeugt und sogar eigene Effekte bauen kann. Seit dieser Woche läuft mit V6 zudem die erste Modellgeneration, die Suno unter seinen neuen Deals mit Warner, BMG und Believe entwickelt hat. KI wird damit vom Liedautomaten zum Produktionswerkzeug mitten in der DAW.

Ausgerechnet der ehemalige Roboter Thomas Bangalter will damit nichts anfangen. Der Daft-Punk-Mann begründet das nicht primär mit Copyright oder Arbeitsplatzverlust, sondern mit dem kreativen Vorgang selbst: Prompting zwinge Ideen zunächst in Sprache, während sein interessantester Teil des Musikmachens vorher und tiefer liege – bei Gefühl, Überraschung und Dingen, die man eben noch nicht formulieren kann. Vielleicht ist das die sinnvollste Trennlinie. Nicht Mensch gegen Maschine. Sondern Maschine als Werkzeug gegen Maschine als Urheber. Dummerweise arbeiten gerade alle daran, dass man den Unterschied immer schlechter erkennt.

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