SoundCloud entdeckt den Plattenladen
SoundCloud war einmal der fantastischste Ort im Internet, um einen Track zu finden – und einer der umständlichsten, um ihn anschließend zu kaufen. Das soll sich ändern. Seit Ende August testet die Plattform bei rund 200 amerikanischen Artist-Pro-Accounts Direktverkäufe: Künstler bestimmen den Preis, bieten etwa MP3 oder WAV an, der Kauf läuft direkt über das Profil. SoundCloud verlangt nach eigener Darstellung keine Provision; Zahlungsgebühren und Steuern gehen natürlich trotzdem ab.
Das klingt verdächtig nach Bandcamp, nur mit einem entscheidenden Vorteil: SoundCloud besitzt den Moment vor dem Kauf bereits. Dort stolpert man über einen unbekannten Track, dort kommentiert man ihn, dort schickt man ihn weiter. Bislang verlinken mehr als 250.000 Künstler von SoundCloud auf externe Shops; mehr als eine halbe Million Nutzer verlassen die Plattform jährlich, um irgendwo anders Musik zu kaufen. Vielleicht ist der Download also doch noch nicht tot. Vielleicht war nur ziemlich dämlich, zwischen "Gefällt mir" und "Gib dem Künstler Geld" drei weitere Websites zu stellen.
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