Cakes Da Killa: Die Schlampe im Maschinenraum
Cakes Da Killa war schon immer einer der überzeugendsten Grenzgänger zwischen Rap und House – vor allem, weil er nie so tut, als müsste er sich zwischen beidem entscheiden. Seine irrwitzig präzise Artikulation kann über einen Hip Hop-Beat feuern, funktioniert aber mindestens genauso gut als zusätzliches Rhythmusinstrument zwischen Kick, Hi-Hat und Bassline. Auf "New Bitch" bekommt er dafür jetzt praktisch freie Fahrt.
DJ Miss Parker, feste Größe der jüngeren Brooklyn-Clubszene, schickte Cakes während dessen Berlin-Aufenthalt acht Beats. Er rappte innerhalb von zwei Wochen auf alle acht. Mehr Konzept brauchte es offenbar nicht. Acid, schmutziger House, Electro, Ballroom und stellenweise fast Techno werden hier nicht sorgfältig miteinander vermittelt, sondern einfach zusammengeschoben, bis es knallt.
Gerade die Rohheit steht Cakes hervorragend. Schon "Black Sheep" war seine bisher offensichtlichste Clubplatte, aber DJ Miss Parker baut weniger glänzend als Sam Katz: Die Beats auf "New Bitch" wirken dreckiger, unmittelbarer, manchmal fast wie schnell zusammengehauene Tools für den Peak-Time-Moment. Cakes und Parker beziehen sich ausdrücklich auf die Geschichte schwarzer und queerer Vocal-House- und Ballroom-Tracks – Kevin Aviance und Sweet Pussy Pauline statt ehrfürchtigem Acht-Minuten-Gedrone. Ihre Botschaft an DJs ist erfreulich schlicht: Wenn ihr Tracks mit Stimmen nicht mixen könnt, liegt das vielleicht nicht an den Stimmen.
Noch keine Kommentare