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fabric. in der Kathedrale: Der Herr ist mein Booker

Es gibt Kooperationen, die so logisch sind, dass man sich wundert, warum niemand früher darauf gekommen ist. fabric, seit 1999 zuverlässiger Lieferant für Bassdruck, verschwitzte Keller und den Sonntagmorgen danach, wird bis 2030 exklusiver Partner von St Paul’s Cathedral für zeitgenössische Musikveranstaltungen. Ganz aus der Hölle kommt die Idee allerdings nicht. fabric brachte bereits 2024 RY X in die Kathedrale, 2025 folgte Patti Smith. Nun soll ausdrücklich mit Künstlern gearbeitet werden, deren Musik auf Akustik, Architektur und Atmosphäre des Gebäudes reagiert. Was natürlich sehr vernünftig klingt und deshalb dringend sabotiert werden muss.

Unsere Booking-Wünsche beginnen bei Satanicpornocultshop. Das japanische Experimental-Kollektiv heißt tatsächlich so, verarbeitet unter anderem Glitch, Hip Hop, Footwork und Juke und ist seit Ende der Neunziger aktiv. Allein der Moment, in dem "Satanicpornocultshop – St Paul’s Cathedral" auf dem offiziellen Veranstaltungskalender erscheint, dürfte vier Jahre Kulturpartnerschaft rechtfertigen.

Danach bitte Ah Cama-Sotz: Ritual Industrial, Dark Ambient und Techno, seit Jahrzehnten beschäftigt mit Mythologie, Okkultismus und blutiger Geschichte – inklusive einer Veröffentlichung namens "Satanic Rituals". Für die Vorgruppe böte sich der Berliner James Demon an, Gründer des Labels Occultists, dessen Katalog "Cult of Cthulhu", "Hex Her", "Ritual", "Divination" und "Incantation" bereithält. Hier müsste die Dramaturgieabteilung praktisch nur noch Kerzen bestellen.

Etwas kunsthochschulfähiger ginge es mit Demdike Stare, benannt nach Elizabeth Southern alias Mother Demdike, einer der berühmten Figuren der Pendle-Hexenprozesse. Ritualz, ursprünglich Witch House, trägt sein Kreuzgewirr ohnehin schon im Logo. Fabric hat jetzt vier Jahre Zeit, wenigstens ein einziges Plakat zu produzieren, bei dem ein Dompfarrer irgendwann fragt: "Moment, wie heißen die? Wie sehen die aus?" Wenn am Ende doch nur Nils Frahm unter warmem Licht Klavier spielt, wäre das eine historische Verschwendung.

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