laut.de-Biographie
Alice Costelloe
Bekannt wird Alice Costelloe zunächst als eine Hälfte des gefeierten Duos Big Deal, das sie bereits als Teenager mitgründet. Bald unterschreibt sie ihren ersten Plattenvertrag bei dem bekannte Label Mute Record und veröffentlicht mehrere viel gelobte Alben zwischen verträumtem Shoegaze, melancholischem Indie-Rock und rauer Ehrlichkeit. Einer der beruflichen Höhepunkte ist außerdem die Tour mit Big Deal im Vorprogramm der Synthie-Band Depeche Mode.
Schon früh zeigt sich ihre besondere Fähigkeit, Verletzlichkeit in Musik zu verwandeln. Ihre Songs wirken intim und gleichzeitig cineastisch – voller flüchtiger Erinnerungen, Unsicherheiten und Sehnsucht. Nach der Trennung von Bandkollegen Kacey Underwood löst sich auch das gemeinsame Projekt Big Deal auf und Costelloe beginnt, ihren eigenen musikalischen Weg zu suchen. Unter dem Namen "Al Costelloe" veröffentlicht sie erste Soloarbeiten, bevor sie mit ihrem vollständigen Namen zurückkehrt.
Mit ihrer Solo-Musik entfernt sie sich zunehmend vom klassischen Indie-Rock und entwickelt einen atmosphärischen Sound aus Art-Pop und Folk. Sie bedient sich an Flötenklängen, Mellotron und dem Taishōgoto, eine Art japanische Zither. Unterstützt von Produzent Mike Lindsay entstehen fragile, tief emotionale Stücke, in denen Themen wie Identität, familiäre Konflikte, Verlust und persönliches Wachstum verarbeitet werden. Besonders ihr Debütalbum "Move On With The Year" klingt intim: Costelloe setzt sich musikalisch mit ihrem suchtkranken Vater, emotionaler Distanz und dem Wunsch, sich selbst neu zu finden, auseinander.
Sie erzählt keine lauten Geschichten – vielmehr zieht sie ihre Zuhörer*innen langsam in eine Welt aus zerbrechlicher Schönheit hinein. Ihre Musik wirkt dabei nicht inszeniert, sondern ehrlich, tastend und menschlich. Gerade diese Mischung aus emotionaler Offenheit und musikalischer Experimentierfreude macht sie heute zu einer der interessantesten Künstlerinnen der modernen Londoner Indie-Szene. Anlässlich ihres Solo-Debüts spielte Costelloe gleich zwei ausverkaufte Shows in der britischen Hauptstadt, im September 2026 bringt sich ihren einzigartigen Barock-Pop auch nach Berlin.


Noch keine Kommentare