Comedy? Metal? Für Bülent Ceylan keine Gegensätze. Im Interview spricht er über seine Band, Schlager-Kollabos mit Helene Fischer und Roland Kaiser, politische Botschaften und Album-Verrisse.
Bülent Ceylan will längst nicht mehr nur als Comedian mit Faible für harte Gitarren wahrgenommen werden.
@Napalm Records, das ist ein Metal-Label und die haben gesagt: Wir wollen das auch optisch stärker in diese Richtung ziehen. Man soll sehen, dass du Metal machst.
Soviel zum Thema, Label nehmen keinen Einfluss auf Musiker.
Na ja, was heißt da spekulativ. Es ist doch wohl klar und für jeden nicht mit Scheuklappen durch die Wälder Stapfenden offensichtlich, dass der Bülent längst kurze Haare hätte, wenn ihn Nuclear Blast... äh.. Napalm Records nicht zu den langen Haaren zwingen würde. Das weiß man doch. Genau wie jedem echten Kenner der Szene klar ist, dass er viel lieber Schlager machen würde, wenn ihn das Label lassen würde.
Es wurde hier mehrach der Einfluss und die Einflussnahme von Labels auf ihre Musiker bezweifelt. Selbst wenn es offensichtlich war. Ich erinnere nur an den Reddit Thread, den ich hier mal gespostet habe. Wo sogar Mitarbeiter davon berichteten. Selbst das wurde in Frage gestellt. Standardaussage war dann immer, zeig uns Beweise
"Gerade bei Growls und Screams muss man wissen: Wie atme ich richtig, wann nimmt man sich zurück, wie beanspruch ich die Stimme? Live vergisst man das manchmal wieder, weil man so drin ist. Aber am Ende muss man auch Spaß haben und das leben und lieben, was man macht."
Für mich der zentrale Absatz, was seinen Berufsethos angeht: eine gesunde Work-Life-Balance aus Verpflichtung, teilweise Perfektion aber auch Passion. Warum vergisst er die Technik auf der Bühne? Na, weil er mit dem Publikum in Kontakt steht. Die Growls müssen halt auch von innen kommen, nicht nur von außen.
Weil sich für Authentizität ganz gut festhalten lässt, dass ihre Gewährung zumeist und zuvorderst an ein paar gleich bleibende situativen Bedinungen und individullen Eigenschaften geknüpft ist, nicht aber genauso fest an as immer gleiche Zusammenspiel bzw. immer gleiche Dynamik dieser Anforderungen.
Bis heute sind signifikant häufiger Personen in einem kommerziell verwertbaren Ausmaß dazu bereit, einem DSDS- o.ä. Gewinner Authentizität zuzusprechen, wenn er seine fehlenden Fähigkeiten der Komposition oder Instrumentbeherrschung durch spürbar werdende Passion und ein Händchen für eingekaufte Songs, die er selbst wirklich "fühlt" und entsprechend auch in Text und Intonation selber easy (aus)leben kann, ausgleicht - im Vergleich zum 08/15-"Ich hab's nur gemacht um berühmt zu werden oder wenigstens ma ins Fernsehen zu kommen!"-Teilnehmer/-Gewinner (m/w/d) mit denselben (fehlenden) musikalischen Fähigkeiten, der dann zum 25. Mal völlig unkritisch die ihm aufdringlich übergestülpte "Bohlen schreibt und produziert gerade exklusiv "für" Alexander Klaws!-"Stannibehandlung im Anschluss durchläuft...
Stimmt schon. Aber weißt Du, was „I Was Made for Lovin' You“, „Bad Medicine“ und „Poison“ gemeinsam haben? Achte mal darauf, wie sich im Refrain die Melodie aufbaut und wie dort mit Wiederholungen und bestimmten textlichen Motiven gearbeitet wird. Ich nenne das mal die „I want you, you want me“-Dramaturgie. Die Songs tragen vielleicht weniger die typische Handschrift von KISS, Bon Jovi oder Alice Cooper – sondern jene eines gewissen Desmond Child.
Ob DAS jetzt authentisch ist, darüber kann man natürlich auch streiten.
Nichts Neues unter der Sonne. Und die Behauptung, nur ein selbst geschriebener Song sei authentisch, ist natürlich auch schwierig. Im Soul und R&B haben Labels wie Stax oder Motown klassischerweise mit Songwritern gearbeitet, die Sängerinnen und Sängern Songs auf den Leib geschrieben haben. Das macht diese Songs nicht weniger „Soul“.
(By the way: Ich LIEBE Diane Warren und Holly Knight – gerade wegen ihrer dezent kitschigen und alles andere als subtilen Hitkompositionen. Man darf auch mal die Leute im Hintergrund feiern. Wenn auch vielleicht nicht unbedingt bei Bülent. )
Er selbst hört privat Tool, begeht aber mit seiner Melange aus Bierzelt, Schlager und Mallorca-Gitarren Verrat an dem Genre, das er selbst liebt. Liebt er es dann überhaupt?
----und schon wieder gelöscht. Besser isses. Schuster bleib bei deinen Leisten. In dem Fall: Überleg dir lieber, welche Pladde mensch noch so hören könnte anstatt hier so blöde Fakescheiße zu pseudodiskutieren, hm? Danke.
On topic: Weiß ich nicht. Hab nur versucht zu erklären, inwiefern ich mir selbst erklären kann, dass dem von einem kommerziell nicht unerheblichen Teil der Szene, die er mit "seinem Meddl" abholt, sicherlich auch die so wichtige Authentizität zugesprochen wird, ohne dass er den Kram auf seiner Pladde dafür selber geschrieben oder (in Teilen) eingespielt haben muss. Das eigentliche Produkt ist für derlei Betrachtungen nicht zwingend relevant und verbleibt daher selbstverfreilich ungehört (1/5).
Jung, entspann dich. Seit wann ist ein Genre Verrat an nem anderen, sofern wir erwachsene Menschen sind? Wenn ich Blastbeats ballere und privat Men I Trust höre, wen juckts? Und er mag Tool und macht Schlagermetal. Vielleicht ist Schlagermetal das, was er kann, und Tool könnte er nicht.
Comedy? Metal? Für Bülent Ceylan keine Gegensätze. Im Interview spricht er über seine Band, Schlager-Kollabos mit Helene Fischer und Roland Kaiser, politische Botschaften und Album-Verrisse.
Bülent Ceylan will längst nicht mehr nur als Comedian mit Faible für harte Gitarren wahrgenommen werden.
"Ich bin relativ spät wieder ernsthaft in die Musik eingestiegen." - Ich habe gar nicht mitbekommen, dass er ernsthaft in die Musik eingestiegen wäre.
@Napalm Records, das ist ein Metal-Label und die haben gesagt: Wir wollen das auch optisch stärker in diese Richtung ziehen. Man soll sehen, dass du Metal machst.
Soviel zum Thema, Label nehmen keinen Einfluss auf Musiker.
Dass Labels Einfluss nehmen, wurde nie bestritten. Daraus alle möglichen spekulativen Analysen abzuleiten, schon.
Na ja, was heißt da spekulativ. Es ist doch wohl klar und für jeden nicht mit Scheuklappen durch die Wälder Stapfenden offensichtlich, dass der Bülent längst kurze Haare hätte, wenn ihn Nuclear Blast... äh.. Napalm Records nicht zu den langen Haaren zwingen würde. Das weiß man doch.
Genau wie jedem echten Kenner der Szene klar ist, dass er viel lieber Schlager machen würde, wenn ihn das Label lassen würde.
Schwingster: "Dass Labels Einfluss nehmen, wurde nie bestritten. Daraus alle möglichen spekulativen Analysen abzuleiten, schon.
"
Nein, nicht alle möglich
Häh?
Er möchte damit sagen, dass manche der abgeleiteten Analysen auch unmöglich sind.
Es wurde hier mehrach der Einfluss und die Einflussnahme von Labels auf ihre Musiker bezweifelt. Selbst wenn es offensichtlich war. Ich erinnere nur an den Reddit Thread, den ich hier mal gespostet habe. Wo sogar Mitarbeiter davon berichteten. Selbst das wurde in Frage gestellt. Standardaussage war dann immer, zeig uns Beweise
symbadisch der Mann! Aber wer dem seine Musik hört ist irgendwie seltsam
Symkurpfälzisch, nicht symbadisch
"Gerade bei Growls und Screams muss man wissen: Wie atme ich richtig, wann nimmt man sich zurück, wie beanspruch ich die Stimme? Live vergisst man das manchmal wieder, weil man so drin ist. Aber am Ende muss man auch Spaß haben und das leben und lieben, was man macht."
Für mich der zentrale Absatz, was seinen Berufsethos angeht: eine gesunde Work-Life-Balance aus Verpflichtung, teilweise Perfektion aber auch Passion. Warum vergisst er die Technik auf der Bühne? Na, weil er mit dem Publikum in Kontakt steht. Die Growls müssen halt auch von innen kommen, nicht nur von außen.
"Ein Rock- und Metalpublikum will Authentizität." Und deshalb hat er sich das komplette Album von Songwritern schreiben lassen.
Weil sich für Authentizität ganz gut festhalten lässt, dass ihre Gewährung zumeist und zuvorderst an ein paar gleich bleibende situativen Bedinungen und individullen Eigenschaften geknüpft ist, nicht aber genauso fest an as immer gleiche Zusammenspiel bzw. immer gleiche Dynamik dieser Anforderungen.
Bis heute sind signifikant häufiger Personen in einem kommerziell verwertbaren Ausmaß dazu bereit, einem DSDS- o.ä. Gewinner Authentizität zuzusprechen, wenn er seine fehlenden Fähigkeiten der Komposition oder Instrumentbeherrschung durch spürbar werdende Passion und ein Händchen für eingekaufte Songs, die er selbst wirklich "fühlt" und entsprechend auch in Text und Intonation selber easy (aus)leben kann, ausgleicht - im Vergleich zum 08/15-"Ich hab's nur gemacht um berühmt zu werden oder wenigstens ma ins Fernsehen zu kommen!"-Teilnehmer/-Gewinner (m/w/d) mit denselben (fehlenden) musikalischen Fähigkeiten, der dann zum 25. Mal völlig unkritisch die ihm aufdringlich übergestülpte "Bohlen schreibt und produziert gerade exklusiv "für" Alexander Klaws!-"Stannibehandlung im Anschluss durchläuft...
Stimmt schon. Aber weißt Du, was „I Was Made for Lovin' You“, „Bad Medicine“ und „Poison“ gemeinsam haben? Achte mal darauf, wie sich im Refrain die Melodie aufbaut und wie dort mit Wiederholungen und bestimmten textlichen Motiven gearbeitet wird. Ich nenne das mal die „I want you, you want me“-Dramaturgie. Die Songs tragen vielleicht weniger die typische Handschrift von KISS, Bon Jovi oder Alice Cooper – sondern jene eines gewissen Desmond Child.
Ob DAS jetzt authentisch ist, darüber kann man natürlich auch streiten.
Nichts Neues unter der Sonne. Und die Behauptung, nur ein selbst geschriebener Song sei authentisch, ist natürlich auch schwierig. Im Soul und R&B haben Labels wie Stax oder Motown klassischerweise mit Songwritern gearbeitet, die Sängerinnen und Sängern Songs auf den Leib geschrieben haben. Das macht diese Songs nicht weniger „Soul“.
(By the way: Ich LIEBE Diane Warren und Holly Knight – gerade wegen ihrer dezent kitschigen und alles andere als subtilen Hitkompositionen. Man darf auch mal die Leute im Hintergrund feiern. Wenn auch vielleicht nicht unbedingt bei Bülent.
)
Er selbst hört privat Tool, begeht aber mit seiner Melange aus Bierzelt, Schlager und Mallorca-Gitarren Verrat an dem Genre, das er selbst liebt. Liebt er es dann überhaupt?
Dieser Kommentar wurde vor 15 Stunden durch den Autor entfernt.
----und schon wieder gelöscht. Besser isses. Schuster bleib bei deinen Leisten. In dem Fall: Überleg dir lieber, welche Pladde mensch noch so hören könnte anstatt hier so blöde Fakescheiße zu pseudodiskutieren, hm? Danke.
On topic: Weiß ich nicht. Hab nur versucht zu erklären, inwiefern ich mir selbst erklären kann, dass dem von einem kommerziell nicht unerheblichen Teil der Szene, die er mit "seinem Meddl" abholt, sicherlich auch die so wichtige Authentizität zugesprochen wird, ohne dass er den Kram auf seiner Pladde dafür selber geschrieben oder (in Teilen) eingespielt haben muss. Das eigentliche Produkt ist für derlei Betrachtungen nicht zwingend relevant und verbleibt daher selbstverfreilich ungehört (1/5).
"er begeht Verrat"
Jung, entspann dich. Seit wann ist ein Genre Verrat an nem anderen, sofern wir erwachsene Menschen sind? Wenn ich Blastbeats ballere und privat Men I Trust höre, wen juckts? Und er mag Tool und macht Schlagermetal. Vielleicht ist Schlagermetal das, was er kann, und Tool könnte er nicht.
...und außerdem: wen verraten wir denn noch häufiger, als denjenigen, den wir bestens kennen und lieben!?