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Squarepusher - "Feed Me Weird Things"

Jemand muss Tom Jenkinson wahrhaft seltsame Dinge gefüttert haben, die ihn auf die Idee gebracht haben, Jazz und Funk ließen sich doch wohl wunderbar mit Drum'n'Bass verbinden. So bescheuert das klingt: Der Bassist hat sich für seine Gratwanderung zwischen Jux und Seriösität das 1996 noch nagelneue Pseudonym Squarepusher ausgesucht und einfach gemacht. Die undankbare Aufgabe, aus über 40 Tracks die zwölf richtigen auszusuchen, überließ er Aphex Twin, auf dessen Label Rephlex das Experiment seinerzeit erschien.

Statt (was leicht hätte passieren können, wenn ein Virtuose an seinem Instrument ausufernde Soli auspackt) in Selbstgefälligkeit abzurutschen, pflückte Squarepusher für "Feed Me Weird Things" die verlockendsten Früchte aus allen möglichen Gärten, um damit einen ganz neuen zu bepflanzen: Die Rhythmen wechseln von Jazz über Funk und Reggae zu hartem Drum'n'Bass oder entschweben auch mal in ätherischem Ambient. In aller Regel bleibt die BPM-Schlagzahl unter den coolen Melodien aber hoch, und halsbrecherische Breaks und abenteuerliche Samples garantieren, dass man nie sicher sein darf, was als nächstes kommt.

Oder, wie es eine namenlose Kollegin vom seligen Intro-Magazin formulierte: "Wer gedacht hatte, im Drum'n'Bass-Bereich sei alles schon mal ausgelotet worden, der sollte sich unbedingt 'Feed Me Weird Things' besorgen, denn hier sind tatsächlich noch ein paar ganz exquisite Innovationen versteckt. Herzhaft beknackte geniale Jazz-Tracks, die mich vollkommen überwältigen." Aus heutiger Warte können wir anfügen: Sie sind obendrein perfekt gealtert.

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Squarepusher - "Feed Me Weird Things"*

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