Wo der Gartenzwerg noch die Einhaltung der Kehrwoche überwacht, sind ein paar Lokalpolitiker mächtig empört: Sie erwarten den Ansturm der Gangstarapper.
Rottenburg (ksc) - "Was in Stuttgart passiert, das interessiert keinen Schwanz", so einst Nico K.I.Z. Noch einmal 50 Kilometer weiter draußen liegt Rottenburg am Neckar. Seit dem Einzug der Protestanten zu Beginn des 19. Jahrhundert nur sporadisch in überregionalen Medien erwähnt, macht sich gerade Angst vor Sodom und Gomorrha im Stadtrat breit.
Schuld ist die 187 Straßenbande, beziehungsweise deren anstehender Auftritt beim "Rock.Pop@ZOB"-Festival. Es sei eine Schande, wenn Rottenburg, das so vieler liebevolle Attribute wegen bekannt sei (Vorschläge bitte in die Kommentare), seinen Namen dergestalt beschmutzen lassen müsse, dass er in einem Atemzug mit dem Auftritt dieser Band genannt werde, so eine gemeinsame Stellungnahme der Fraktionen des Gemeinderats.
Schwäbische Bigotterie und Sprachbarrieren
Die schwäbische Bigotterie erhebt ihr hässliches Haupt: Während am Samstag, den 18. August die Mannen um den Großen Vorsitzenden Bonez die Dorfjugend am zentralen Omnibusbahnhof bespaßen sollen, spielen am Sonntag nämlich Limp Bizkit zum Schwof auf. Das misogyne Gejammere der alternden Selbstkarikatur Fred Durst beanstandet der Stadtrat anscheinend nicht. Ein Schelm, wer da an die für einen Lokalpolitiker aus dem Schwarzwald unüberwindbar hohe Sprachbarriere denkt.
Ändern wird der Sturm im Wasserglas, anders als beim Fall des Paderborner Universitätsfests, wohl nichts: Die Auftrittsverträge sind bereits unterschrieben. Es bleibt nur auf den Unterschied zwischen den Bands hinzuweisen, dass bei 187 im Moshpit immerhin noch keine Frau vergewaltigt worden ist.
4 Kommentare mit 7 Antworten
Schwarzwaldzerfickung läuft
emojis funktionieren wohl nicht modern -_-
Bei dem Fall des Festes in Paderborn waren meines Wissens auch schon Verträge unterschrieben.
ja wenn schon assi Musik dann 187 und nicht so einen Blödsinn wie Summer Cem
Misogynie hin oder her. Fred Durst gehört aus vielerlei Gründen, die auch nicht mal an einer möglichen Sprachbarriere scheitern können, aufs Schafott. Dass Limp Bizkit zum Beispiel absolute Scheiße für hängengebliebene Nu-Meddler sind oder Fred Durst sich mit bald 50 Jahren immer noch kleidet wie ein Provinz-Kevin (m, 14) aus dem Jahr 1994, bekommt man auch mit, wenn man der englischen Sprache nicht mächtig ist. Wo bleibt da der nötige Aufschrei der Politiker?
Na komm, der ist doch mittlerweile etwas dezenter gestylt
https://i2.wp.com/allpunkedup.com/wp-conte…
Okay, mal abgesehen von der obligatorischen gedrehten Cap
https://i.kym-cdn.com/photos/images/newsfe…
Limp Bizkit, minus den komplexbeladenen Fred Durst, hätten glaube ich schon ganz gute Mucke machen können. Ich mag die Arbeit von Wes Borland und Sam Rivers schon ganz gerne, auch wenn ich mir die beiden schwer in einem anderen, als diesem Nu-Meddl-Kontext, vorstellen kann.
https://www.youtube.com/watch?v=U3q8_nSShyc