Trackliste
- 1. Underground
- 2. Shore Leave
- 3. Dave The Butcher
- 4. Johnsburg, Illinois
- 5. 16 Shells From A Thirty-Ought-Six
- 6. Town With No Cheer
- 7. In The Neighborhood
- 8. Just Another Sucker On The Vine
- 9. Frank's Wild Years
- 10. Swordfishtrombone
- 11. Down, Down, Down
- 12. Soldier's Things
- 13. Gin Soaked Boy
- 14. Trouble's Braids
- 15. Rainbirds
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1 Kommentar mit 4 Antworten
Die Symphonie des Abgrunds: Über das Dämonische in der modernen Popmusik # 3
Nach "Sympathy for The Devil" und "Gimme Shelter" betrachten wir nun den Song "Underground": Er ist eine bewusste Abkehr von der klassischen Symmetrie. Das Poltern der Perkussion, das schräge Marschtempo, die dissonanten Bläser – all dies ist kein bloßer Lärm. Es ist das Chaos, das der Form vorausgeht und in ihr noch spürbar sein muss. Es ist der „beunruhigende Geist“, der die Materie aufwühlt. Waits' Stimme selbst – dieses raue, erdartige Grollen – spricht nicht über die Tiefe, sie ist die Tiefe. Sie erinnert an das „An-sich“ der Natur, an jenen blinden Willen, der sich aus dem finsteren Grunde (dem Urgrund) emporarbeitet. Wenn er singt „There's a world going on underground“, so ist dies eine metaphysische Wahrheit. Es existiert eine Realität unterhalb der glatten Oberfläche unserer rationalen, bürgerlichen Welt. Es ist das Reich des Verdrängten, des Unbewussten, das sich hier in einer fast dionysischen Unbehaustheit Bahn bricht. Als bekennender Katholik habe ich mich intensiv mit dem Wesen des Menschlichen und dem Dämonischen auseinandergesetzt. Dieser Song fängt genau jenes Gefühl der existentiellen Unheimlichkeit ein. Er zeigt uns, dass das Absolute nicht nur im lichten Äther der Vernunft wohnt, sondern dass die Schöpfung in Schmerzen und Dunkelheit geboren wird. „Underground“ ist keine Musik des schönen Scheins. Es ist das Erhabene in seiner schrecklichen, erdgebundenen Form. Ein radikaler, fast religiöser Ausruf aus den Tiefen der menschlichen Seele.
In Gott und der Natur existiert ein dunkler, irrationaler Urgrund, bevor alles licht und geordnet wird. Die stampfende, unterirdische Atmosphäre des Songs spiegelt diesen metaphysischen „Untergrund“ perfekt wider.
"In Gott und der Natur existiert ein dunkler, irrationaler Urgrund, bevor alles licht und geordnet wird"
Klemm dir deinen frömmelnden Schwachfug und lösch dich.
Nein, das ist Schelling.
...und wenn's bloß der unschuldigste Trottel vorm lieben Gott wäre, der solch oberflächlichen pseudo-katholiken-Talk selbstgerecht sülzt: Du hast den muppet gehört!
Lösch dich.
Nicht ich bin der ‚Trottel‘, sondern jene flachen Aufklärer, die glauben, man könne die lebendige, geschichtliche Wirklichkeit Gottes mit den dürren, abstrakten Begriffen der Logik wegerklären.