laut.de-Biographie
Mythos Amerika
Tobias Meyer, ein Name so swaggy wie die Visitenkarte eines Steuerberaters. Seine Band Mythos Amerika gehört 2025 dennoch zu den spannendsten, neuen Indie-Pop-Bands in Deutschland. Den Namen wählt Meyer aus, weil er den Begriff Amerika als vielschichtig und auch nebulös empfindet und er damit perfekt zu seiner Musik passt. Er merkt aber schnell, dass er für seine Vision noch Mitstreiter braucht und holt Bassist Simon Nett und Gitarrist Malte Pries dazu, bei Live-Auftritten ergänzt Keyboarderin Karla Lee das Line-Up.
Im Jahr 2024 debütieren Mythos Amerika mit dem Album "Jugend trainiert für Olympia". Das Album weist gewisse Ähnlichkeiten zu PeterLicht auf und vermischt wie Ja Panik deutsche und englische Texte. Die elektronische Musik klingt wie aus einer Traumwelt, während die dadaistischen Lyrics gefühlvoll zwischen Alltags-Tristesse und surrealistischer Bildsprache wechseln.
Die Vergleiche mit 80er-Jahre-Schlager findet die Band nicht schlimm und sieht keine Berührungsängste. "Schlager ist nicht an sich weniger wert als 80er-Art-Pop, es geht ja nur darum, wie diese Begriffe gesellschaftlich aufgeladen werden", erzählt er der Kölner Stadtrevue. Diskurspop machen Mythos Amerika sicherlich nicht und der leichtfüßige Ansatz des Debüts, der auch ein bisschen an die Musik von Der Assistent (ehemals Fotos) erinnert.
Schon kurz danach folgt der Nachschlag: "Vive Le Cinema" erscheint 2025. Der fehlende "Accent aigu" entstand versehentlich, wird von der Band aber als lustiger Fail einfach beibehalten. Auf dem Album schreiben Mythos Amerika über ihre große Kino-Leidenschaft. Die Charaktere beschreibt Tobias Meyer als verloren und fernab von der Wirklichkeit, was natürlich zu dem entrückten Sound von "Vive Le Cinema" sehr gut passt.
Keine einfache Nische in einem Land, dass gerne zwischen verkopfter Indie-Kultur oder Baller-Musik wechselt, während entspannter Lounge-Pop vergleichsweise weniger Hörer findet. Für 2026 kündigen die Kölner die EP "Mythos Mythos Mythos Mythos Mythos" und tatsächlich einen Kinofilm an, bei dem man angeblich nur noch auf grünes Licht wartet. Warten wir ab, welche Info aus dem Bereich der Mythen stammt.


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