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Platz 9: Sonx (2004)

"Das ROCKT !!!" schrieb Schlagzeuger Jürgen Zöller dereinst mit silbernem Edding quer über mein "Sonx"-Plattencover. Und wer wäre ich, diesem Mann zu widersprechen? Das rockt wirklich!

Nach zwei tragischen Abgängen (Höhner-Seitensprung von Multiinstrumentalist Jens Streifling und viel zu junger Krebstod von Percussionistin Sheryl Hackett) stehen BAP 2004 erstmals zu fünft da – und nehmen das erst mal so hin. Gitarrist Helmut Krumminga komponiert erneut den Großteil des Albums, Bassist Werner Kopal produziert. Wie heavy das klingt, hört man zum Beispiel auf dem doomigen "Rövver Noh Tanger".

Auch der Opener "Wie, Wo Un Wann?" startet schon mit zeppelinscher "Kashmir"-Huldigung und man weiß eigentlich schon, dass man dieses Album genau jenen um sich selbst und Angus Young zirkulierenden Altrockern vorlegen sollte, die auf BAP schon immer als Karnevalsband herabgeschaut haben.

Nicht falsch verstehen: Wären alle BAP-Alben wie "Sonx", wäre das eine furchtbar langweilige Angelegenheit. Als Einzelwerk mit überraschenden Trademarks funktioniert das aber richtig gut: Keine Percussion, Niedecken live wieder mit an der E-Gitarre, ausufernde Krumminga-Soli und dank des alten Bekannten Christian "Kalau" Keul die mit Abstand besten Backing-Vocals der gesamten Diskografie. Kurz: Es ist gut, dass es "Sonx" gibt.

Wolfgang Niedecken:

"Oh ja, mag ich sehr gerne. Ich spiele durchaus gerne E-Gitarre, aber Helmut ist ein dermaßen fantastischer Gitarrist, dem stehe ich eigentlich nur im Weg. Ein tolles Rockalbum, aber live viel zu laut. Viele Leute fanden: 'Die spielen da nur ihren neuen Kram und ich verstehe die Geschichten nicht mehr.' Trotzdem: 'Rövver noh Tanger' und 'Unger Krahnebäume' sind der Wahnsinn, zumindest letzteren spiele ich ja in meinem Soloprogramm."

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