Platz 8: Radio Pandora (2008)

Wie weitermachen nach "Sonx", dem Gipfel der Rockerei? Am besten mit Gästen: Gemeinsam mit Anne de Wolff (Geige) und Rhani Krija (Percussion, unter anderem für Peter Gabriel) wagen BAP 2008 nach der bis dato längsten Albumpause das Mammutprojekt "Radio Pandora": Zwei Varianten (plugged und unplugged), zwei Studiosessions, zwei Tracklists.
"Radio Pandora" ist deutlich weniger in-your-face als seine Vorgänger und es braucht schon ein paar Durchläufe, bis man diesen Mix aus Dylan, Kerouac und Springsteen durchblickt.
In vielerlei Hinsicht ist es eines von Niedeckens stärksten Storytelling-Alben: "Wat För E' Booch" huldigt "On The Road", "Wolf Un Skorpion" adaptiert die Orient-Fabel "Der Frosch und der Skorpion" über heulende Krumminga-Licks, "Diego Paz" beschreibt die Sinnlosigkeit des Krieges anhand des Falklandkriegs, "Noh Gulu" thematisiert die Kindersoldaten-Gräuel Joseph Konys, drei Jahre vor der weltweiten Kampagne.
Was verbindet diese Themen, abseits von Storytelling-Potenzial? Ganz einfach: Dem Textdichter liegt etwas daran. Dazu hat er die besten Musikerinnen und Musiker seiner gesamten Karriere um sich, die weitaus organischer als ihre Vorgänger arbeiten und sich vor allem (wieder) Raum zum Atmen lassen. Und das bringt so einiges zum Vorschein: Zum Beispiel die gemeinsam mit "Aff Un zo" wohl besten Tasteninstrument-Momente der BAP-Diskografie ("Songs Sinn Dräume").
Wolfgang Niedecken:
"'Radio Pandora' mag ich sehr. Und die Harmonie beim Schreiben passte auch. Helmut und ich haben super harmoniert. Er konnte meine oft rudimentären Grundakkorde so übersetzen, dass da was Vorzeigbares bei rauskam. Ich mag auch beide Versionen. Plugged und Unplugged."
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