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Platz 7: Comics & Pin-ups (1999)

Alles hat ein Ende: Auch die 19-Jährige Karriere von Klaus "Major" Heuser als BAP-Gitarrist und Chefkomponist. Bevor er gemeinsam mit Keyboarder Axel Büchel den Hut nimmt, erscheint 1999 "Comics & Pin-ups". Nach einer schwierigen Mittelphase ist es ein verdammt würdiger Abschluss für die beiden Soundarchitekten.

Das Album ist eine logische Fortführung der "Amerika"-Phase und gleichzeitig das Ende einer großen AOR-Reise. Die "neuen" Mitglieder sitzen mittlerweile fest im Sattel und so ist "Comics & Pin-ups" eines der Alben mit den ausgeglichensten Songwriting-Credits überhaupt: Neben Heuser liest man in den Kompositionsangaben auch die Namen Büchel, Streifling, Kopal und Niedecken selbst – was dem Gesamtklang überraschend guttut.

"Wat Jeht Uns Die Sintflut Ahn?" eröffnet mit der üblichen Trip-Hop-Sinnkrise der 90er, kann man machen, hat Grönemeyer aber zu der Zeit auch deutlich besser gemacht. Kerntracks des Albums, die auch heute noch live gespielt werden, sind "Lena", der Riffrocker "Psycho-Rodeo" und vor allem das identitätsstiftende "Für 'Ne Moment".

Eine der helleren Sternstunden für Platte und Komponist ist aber auch "Ahnunfürsich", später immerhin als Titelmusik für "SK Kölsch" platziert: Nach zwei jamaikanischen Versuchen in den 80ern ist es der finale Beweis: BAP können Reggae und Major kann Gilmour-Soli. Stark!

Am Ende steht ein Album mit ganz schön viel Input, das die Band vielleicht etwas künstlich, aber am Ende zumindest effektiv zu einem Gesamtsound zusammenzimmern musste – wenn doch nur dieser furchtbare synthetisierte Drumsound nicht wäre …

Wolfgang Niedecken:

"Das hier ist übrigens auch ein sehr schönes Plattencover, finde ich. Und ja, ein würdiger Abschluss für den Major ist 'Comics & Pin-ups' auf jeden Fall. Danach ist er wie angekündigt ausgestiegen. Aber ich mag das Album, davon spielen wir jetzt im Sommer sogar drei Songs."

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