Platz 6: Affjetaut (1980)

Zweites Album, let there be rock! Major Heuser ist da, Keyboarder Effendi Büchel ist es noch nicht. Viele Kompositionen stammen hier noch von Niedecken selbst, dafür geht die Schere zwischen Komposition und instrumentaler Darbietung noch nicht ganz so weit auseinander wie auf dem ausschneidbaren Nachfolger.
"Ne Schöne Jrooß", "Anna", "Helfe Kann Dir Keiner" und "Ruut-Wieß-Blau Querjestriefte Frau" bilden bis heute das Rückgrat jeder Setlist und benötigen folglich keine weitere Einführung.
Richtig spannend wirds aber auf B-Seite: Das verstörende "Kumm Op Ming Sing" lässt sich grob als vergessenes dystopisches "Jeanny"-Pendant aus der Domstadt umschreiben und erwischt einen bei jedem Hördurchlauf doch wieder eiskalt. Das Bontempi-Orgel-Inferno "Pardong" macht den Fiebertraum perfekt, zu dem sich "Affjetaut" binnen 40 Minuten entwickelt.
Ein verdammt wichtiges Album für BAP, auf dem eigentlich kein Song zum anderen passt – was die Wiederentdeckungsreise aber umso spannender macht. Dass Tracks wie "Ne Schöne Jrooß" und "Ruut-Wieß-Blau" erst später zu instrumentaler Perfektion gelangten, zeigt der nächste Platz.
Wolfgang Niedecken:
"Da ist natürlich unglaublich viel Material dabei, das ich vorher schon geschrieben hatte: 'Anna', 'Häng De Fahn Eruss', 'Rut-wieß-blau' sind alle schon einige Jahre älter. Aber jetzt war der Major da und hat die Band zum Rocken gebracht. Bestes Beispiel ist 'Ne schöne Jrooß': Ich kam mit meiner Wandergitarren-Version an und Major hatte das perfekte Riff dafür."
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