Platz 17: Ahl Männer, Aalglatt (1986)

"Affjetaut" / "Für usszeschnigge" / "Vun drinne noh drusse" / "Zwesche Salzjebäck un Bier" – es war klar, dass dieser unglaublich starke Streak irgendwann reißen musste. Auch wenn die ganz strenge Trennung zwischen Musik und Texten erst beim Nachfolger einsetzt: Auf "Ahl Männer" greift beides einfach nicht gut ineinander.
Obendrauf bedienen sich BAP auf Studioalbum Nummer sechs aus einer ganzen Speisekammer übel gealterter Synthesizer-Fondants. Einmal angerührt, erforderte die auf Platte servierte Portion Zuckerwatte sogar das Engagement eines zweiten Synth-Konditors für den Livebetrieb.
Darunter schlummern starke instrumentale Performances, hier insbesondere von Steve Borg (Bass) und Major Heuser (Gitarre). Und auch die 2005er-Re-Recordings auf "Dreimal Zehn Jahre" bezeugen, dass es den Kompositionen zu keiner Zeit an Potenzial gemangelt hätte. Doch leider erklingen die Arrangements auf "Ahl Männer" wie ein präpubertärer Süßwarenrausch: Von allem etwas weniger hätte auch gereicht.
Wolfgang Niedecken:
"Für mich das schlechteste BAP-Album, ironischerweise aber auch das mit dem besten Cover. Vor dem Album ist die Band ja fast auseinandergeflogen. Aber um das alles auszurollen, fehlt hier die Zeit.
Du wirst jetzt grinsen, aber wenn ich doch mal die Chance hätte, das ganze Ding neu aufzunehmen, das wäre schon großartig. Das war auf dem 'Dreimal Zehn Jahre'-Album schön, dass wir da ('Ahl Männer' und 'Time Is Cash') mal frei interpretieren konnten. 'Lisa' haben wir mit der aktuellen Besetzung sogar auch schon mal gespielt, in Ravensburg, das weiß ich noch genau."
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