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Platz 16: Pik Sibbe (1993)

Nach der endlosen Spät-Achtziger-AOR-Phase, die sich bei BAP bis ins Jahr 1990 zog, findet die Truppe in überraschend stabiler Besetzung noch einmal zurück zu einem organischeren Sound: "Pik Sibbe" ist das vielleicht meist vergessene und zugleich meist limitierte BAP-Album überhaupt. 3000 Vinylexemplare wurden gepresst, Sammler erinnern sich an horrende Discogs-Preise bis zur Reissue 2022.

Was Niedecken auf dem Vorgänger-Album als "Phil Collins für Arme" beschrieb, lehnt sich hier zumindest in kurzen Momenten ein Stück weiter Richtung Dire Straits. Lebendige Klänge, keine Vorproduktion, gemeinsame studionahe Unterkunft am Starnberger See, so richtig als Band.

"Widderlich" und vor allem "Paar Daach Fröher" sind absolute Highlights, die sich bis heute in der Setlist halten. Da gehört eigentlich auch noch mal "Wie Die Sichel Vum Mohnd" hin, das sich mit dezenten (!) Keyboardflächen und Peak-Soli von Major Heuser ins Herz bohrt.

Zwei Gründe, warum das Album trotzdem im hinteren Teil des Rankings landet: Ein paar letzte, für Nicht-Esoteriker schwer verzeihliche New-Age-Synthesizer und insbesondere der Umstand, dass BAP schon drei Jahre später dasselbe Werk in deutlich besser vorlegen ("Amerika").

Wolfgang Niedecken:

"Das war für mich persönlich eine Phase der Besserung, aber der Major war nicht happy mit dem Album. Es kam immer drauf an, in welche Richtung das Tau gerade gezogen wurde. Und hier ging es etwas mehr in meine Richtung.

'Nöher zu mir' haben wir auf dem Unplugged-Album noch mal neu interpretiert, das ist eines meiner Lieblingslieder, so ein wunderbares Stück. Ich würde auch immer gerne noch mal 'Jipsmann' live spielen, aber du kriegst einfach nicht alles im Set unter."

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