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Platz 14: X Für 'E U (1990)

Wie schon den Vorgängern "Ahl Männer" und "Da Capo" hört man auch "X Für 'E U" sein Alter aufs Jahr genau an. Hier aber sind Synthesizer, akustische und elektrische Gitarre endlich sinnvoll ausbalanciert, oft zwei Nummern zu schmalzig geraten, aber handwerklich erstmals seit langem wieder auf einheitlichem Niveau.

"Denn Mer Sinn Wieder Wer" legt vor: Fettes Riff, tighte Drums mit Jahrhundert-Reverb, die Synthesizer mehr als Teppich denn als Schutzanzug. Die eingekauften Backing-Vocals darf man hier und da anzweifeln, unterstützen aber den kalkulierten Popsound, der hier zum ersten (zum Glück aber auch letzten) Mal richtig aufgeht.

Und auch wenn das "Alles Em Lot"-Arrangement mittlerweile eines der retrospektiven Lieblingsopfer von Niedecken geworden ist, muss man anerkennen: "X Für 'E U" ist endlich genau das 80er-Rock-Album, das sich BAP schon lange gewünscht haben und an dem sie sich in den Jahren zuvor immer wieder versucht haben – es ist halt bloß fünf Jahre zu spät erschienen.

Wolfgang Niedecken:

"Wohlgemerkt, das Album, das Teile der Band wollten, nicht das, was ich wollte. Aber auch hier war es wieder so ein Kompromissding. Da sind auf jeden Fall Stücke bei, die ich richtig gut finde, aber auch solche, wo der Kompromiss in die falsche Richtung ging."

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