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Platz 12: Lebenslänglich (2016)

Spätphase olé: Gitarrist und Hauptsongwriter Helmut Krumminga kehrt nach seiner Auszeit zur Akustik-Tour nicht mehr zu BAP zurück, Langzeitdrummer Zöller geht 2014 in Rente. Die schon seit einer Dekade aktive Gastviolinistin Anne de Wolff und ihr Mann Ulrich Rode machen es sich fortan in der Sesselgarnitur für Komposition und Produktion bequem.

"Lebenslänglich" trägt noch deutliche Unplugged-Spuren in sich, lässt aber auch wieder E-Gitarre zu. Nach "Radio Pandora" und "Tonfilm" im Grunde das dritte Semi-Unplugged-Album. Lyrisch punktet "Lebenslänglich" mit starken retrospektiven Tracks: "Alles Relativ", "Absurdistan" und das ungewohnt epische "Unendlichkeit". Hörenswert auch das etwas freier instrumentierte, an "Radio Pandora" anknüpfende "Vision Vun Europa" und das augenzwinkernde "Vollkasakdo-Desperado", das wie eine späte Antwort aufs Debüt wirkt.

Geheimtipp: Mit "Komisch" platziert Niedecken kurz vor Schluss eine seiner besten Dylan-Adaptionen ("Simple Twist Of Fate") – das Fehlen der früher omnipräsenten Mundharmonika dürfte seinen Teil dazu beigetragen haben.

Wolfgang Niedecken:

"Anne und Ulle haben das Album produziert und konnten sich dabei schön abstimmen. Produktion und Komposition aus einer Hand lief besser als früher, weil ich nicht vor vollendete Tatsachen gesetzt wurde.

Trotzdem ist die Positionierung im Mittelfeld schon okay, denn tatsächlich ist mir das Album ein bisschen zu zahm. Ich weiß nicht, irgendwie standen wir beim Rocken auf der Bremse. Trotzdem ein schönes Album, mit vielen Nummern, die man längst mal wieder live spielen müsste."

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