In dem Jahr, in dem Stefan Raab und die Bloodhound Gang abtraten und Deutschland beim ESC null Punkte einfuhr, kam an Helene Fischer niemand vorbei.

Konstanz (laut) - Zwei Terroranschläge überschatteten 2015 die Schlagzeilen: der Überfall auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo im Januar und der Horror, den Attentäter des Islamischen Staats im November, ebenfalls in Paris, bei einem Konzert der Eagles of Death Metal im Bataclan entfesselten. Möchte man sich an das dazwischen eingeklemmte Jahr wirklich erinnern? Aber ja! Wenn nämlich die Musik zu spielen aufhört, wenn die Kultur verstummt, dann haben die Bösen gewonnen, und so weit war es 2015 trotz allem noch nicht. Es sind Alben erschienen, gute wie schlechte. Seht:

Zehn Jahre, zwanzig Alben

Nee, es war tatsächlich nicht alles schlecht. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte mit ihrem ikonischen "Wir schaffen das!" zwar eine andere Thematik im Sinn. Ihr Optimismus ließ sich aber durchaus auf das musikalische Geschehen ummmünzen. Ein Jahr, in dem Stefan Raab und die Bloodhound Gang abtraten, dafür aber Künstlerinnen wie Dua Lipa, Daoko und Halsey ihre Karrieren starteten, bot durchaus den einen oder anderen Grund für Optimismus.

Der Eurovision Songcontest zählte allerdings nicht dazu: Andreas Kümmert, Gewinner des Vorentscheids, warf noch vor Reiseantritt zum Sangeswettstreit das Handtuch. Ann Sophie, die nachgerückte Zweitplatzierte, fuhr an seiner Stelle nach Wien und dort mit runden null Punkten das schlechteste Ergebnis für Deutschland seit 1965 ein.

Unterdessen befand sich der hiesige Musikmarkt fest in Frauenhand: Sarah Connor scheint mit ihrem Wechsel zur "Muttersprache" wahrlich einen Nerv getroffen zu haben. Noch erfolgreicher trat allerdings Adele auf, doch auch für sie reichte es nicht ganz an die Spitze. Dort thronte, respektive turnte eine andere herum: An Helene Fischer kam 2015 keine*r vorbei.

Während Schlager fröhliche Urstände feierte, mussten Blues und Soul empfindlich Federn lassen: Mit B. B. und Ben E. verlor die Welt gleich zwei Kings und obendrein Percy Sledge. Dass ihnen kurz nach Weihnachten auch noch einer nachfolgte, den man eigentlich für unkaputtbar gehalten hatte, setzte der Tragik noch die Krone auf: Leb wohl, Lemmy. Du fehlst uns noch immer.

So klingt 2015

Zehn tolle und zehn schauderhafte Alben zu picken: Klar kann man damit unmöglich ein ganzes Musikjahr angemessen abbilden. Für laut.fm/2015 haben wir deswegen noch viel, viel mehr gutes Zeug ausgegraben, als die obige Liste auffährt. Da sich davon doch reichlich fand, haben wir die Grütze ersatzlos weggelassen. Ihr könnt euch also gefahrlos einen Höreindruck verschaffen oder die eigenen Erinnerungen auffrischen. Bitteschön:

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1 Kommentar

  • Vor 2 Sekunden

    Ich würde in die Liste nehmen:
    Tame Impala - Currents
    Steven Wilson - Hand.Cannot.Erase
    Father John Misty - I Love You, Honeybear
    Grimes - Art Angels
    Kamasi Washington - The Epic
    Florence & The Machine - How Big, How Blue, How Beautiful
    Sufjan Steven - Carrie & Lowell