Deutschland fährt mit "Fire" zum ESC nach Wien. Kann eine DSDS-Zweite in Europa Erste werden? Die Buchmacher sagen: Auf keinen Fall!
Berlin / Wien (dani) - Was den Eurovision Songcontest betrifft, sind "wir" in den Augen der internationalen Wettanbieter eine sichere Bank: Damit, Deutschland einen der hinteren Plätze zu prophezeien, liegt man meistens richtig. In diesem Jahr erschien offenbar schon die deutsche Vorauswahl dröge genug, um diese gute Tradition fortzusetzen: Noch ehe feststand, welches der neun Liedchen wir im Mai nach Wien entsenden werden, verorteten die Buchmacher den deutschen Beitrag auf dem 22. Platz. Von 25. Immerhin.
Inzwischen ist das "deutsche Finale" über die Bühne gegangen, und das Fernsehpublikum hat sich unter den von der Fachjury vorsortierten drei Teilnehmer*innen zuverlässig für den langweiligsten entschieden. Nicht Molly Sue, nicht Wavvyboi, nein: Sarah Engels soll es nun also richten. Mit "Fire":
Internationale Begeisterungsstürme hat das nicht entfacht, im Gegenteil: Die Euphorie lodert doch recht verhalten. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses rutschte Deutschland in den Prognosen direkt noch um einen weiteren Rang ab. Die reichliche Kamera- und Bühnenerfahrung, die Sarah Engels nach drei Staffeln "Deutschland sucht den Superstar", "The Masked Singer", "Let's Dance", quasi jedem anderen TV-Format und einem Engagement im Musical "Moulin Rouge" mitbringt, scheint die internationalen Profi-Orakel nicht darüber hinwegzutrösten, dass da halt einfach eine Billo-Beyoncé hochprofessionell ein strunzlangweiliges, weil komplett wendungs- und überraschungsfreies Lied präsentiert, das so oder sehr ähnlich auch schon gegeben hat.
Hatten wir schon!
Der zypriotische Beitrag aus dem Jahr 2018 etwa, der hieß sogar gleich:
Immerhin: Wir dürfen wohl Pyrotechnik erwarten. Was erwartet die Interpretin selbst? Nun, noch freut sie sich:
... und das trotz der Häme, die ihr jetzt bereits entgegenschlägt. Gegenüber RTL hatte sie im Vorfeld bereits verlauten lassen, dass sie Kritik gewohnt sei: "Egal, was ich in meiner Karriere schon gemacht habe, es gab immer Menschen, die waren dafür und Menschen, die waren dagegen", sagt sie da. "Zum einen habe ich mir irgendwann ein dickes Fell angeeignet. Und zum anderen bin ich mittlerweile eine erwachsene Frau, die damit umgehen kann (...) Es muss nicht immer jeder alles gut finden, was ich mache."

3 Kommentare
Für die Prognose hätte ich keine Buchmacher gebraucht.
Ich finde es sehr gut, dass ich Sarah Engels gar nicht kenne.
Vielleicht hätte man den Song "No Matter What They Say" nennen sollen.