Ray Charles - "Crying Time"
Fällt sein Name, denken die wenigsten zuerst an Country-Musik. Tatsächlich hegte Ray Charles aber ein gewaltiges Faible für den Western-Sound. Sein Album "Modern Sounds In Country And Western Music" geriet 1962 zum Verkaufsschlager, was Charles wiederum die künstlerische Freiheit eintrug, fortan zu tun, wonach immer ihm der Sinn stand. Er gründete sein eigenes Label Tangerine und veröffentlichte da, nachdem er die Formel auf "Country And Western Meets Rhythm And Blues" 1965 noch verfeinert hatte, anno '66 "Crying Time".
Hier kommt zusammen, was wider jede Vernunft offensichtlich doch zusammengehört: Soul, Country, Pop und Rhythm And Blues reichten sich die Hände, um miteinander in den Sonnenuntergang zu reiten und in der Prärie Stehblues zu tanzen. In Zeitlupe, das Tempo gestaltet sich über weite Strecken doch sehr gemächlich. Dass Billy Preston in "No Use Crying" und "Let's Go Get Stoned" (Ja! Lass das mal machen!) an der Orgel zu hören ist, schadet überthaupt nichts. Einen Grammy gabs außerdem: für die beste männliche Rhythm-and-Blues-Solo-Gesangs-Performance. Yee-haw!
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