Frank Sinatra - "Moonlight Sinatra"
Im Frühjahr 1966 hatte Frank Sinatra seine erste Nummer eins mit "Strangers In The Night", doch sie ist hier aus guten Gründen nicht enthalten: Zum einen war das Stück Filmmusik, zweitens hatte es nur indirekt mit dem Mond zu tun, und "Moonlight Sinatra" versteht sich als pures Themenalbum. Jeder Song handelt vom Mond. Orchesterleiter Nelson Riddle und dessen Musiker mischten auf "Strangers In The Night" ausnahmsweise nicht mit, lediglich der Pianist Bill Miller war derselbe. "Moonlight Sinatra" lebt aber doch mehr von seinen Streichern wie im weich klingenden "The Moon Got In My Eyes" und von schmalzigen Bläsern wie in "Oh, You Crazy Moon".
Nachdem Riddle und Sinatra bereits elf Jahre und 17 LPs lang aufeinander eingespielt waren, waren sie es gewohnt, das Balladen- wie auch das Uptempo-Spektrum abzudecken. Hier nun versteifen sie sich völlig auf die seichte Seite des Lebens, schauen dem Mond beim Verblassen zu, beim Wiedererstrahlen, wünschen sich drei Jahre vor der Mondlandung den Flug dorthin. Sie sehen, spüren, tasten überall den Mond, in Augen, Gefühlen, Träumen und beim Küssen, vom "Moon Song" bis zur "Moon Love". Wenn man so will, kann man das monochromatische wie auch monothematische Werk als Konzeptwerk einordnen, auch wenn es keinen zwingenden Spannungsbogen hat und sich aus Kompositionen verschiedenster Autoren zusammen setzt. Vor allem ist es konsequenter Kitsch.
Es folgte übrigens nur noch eine weitere LP von Riddle mit Sinatra, der zwar viel Whiskey trank, aber doch auch hart arbeitete. Nelson Riddle trank noch mehr und dies vor allem alleine nach der gemeinsamen Arbeit: Stressbewältigung, die ihn schließlich diesen Job kostete, die man aber der Platte nicht anhört. Trotz allem dirigierte Riddle Anfang der Siebziger mehrmals für Sinatras Sohn Frank junior.
Kaufen?
Frank Sinatra - "Moonlight Sinatra"*
Wenn du über diesen Link etwas bei amazon.de bestellst, unterstützt du laut.de mit ein paar Cent. Dankeschön!
Noch keine Kommentare