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Blue Öyster Cult - "Agents Of Fortune"

Eigentlich ganz schön fies, dass Kollege Ken Tucker vom Rolling Stone das vierte Album von Blue Öyster Cult einst als "überraschend (!) gelungen" bezeichnete. Es klinge "zugleich laut und ruhig, wahnsinnig, aber zuversichtlich, melodisch, aber rockig." Im Grunde war klar, dass derlei Gegensätze eingefleischte Fans der simpler gestrickten Vorgängeralben eher überforderten.

Zum Glück befanden die sich aber in der Minderzahl. Weit mehr Menschen als zuvor dagegen erkannten nun plötzlich etwas im Sound der Rocker aus Long Island, das ihnen vorher entgangen war. Weil es zuvor wahrscheinlich schlicht noch nicht dagewesen ist. Jetzt dagegen schon: "Agents Of Fortune" enterte in den USA erstmals die Top 30, schaffte es in Großbritannien zum ersten Mal überhaupt in die Charts.

Das mag an der Beteiligung von Patti Smith gelegen haben, die ihre Kollegen bei zwei Titeln beim Songwriting unterstützte. Wahrscheinlich verdanken BÖC ihre plötzliche Popularität aber doch der Übermensch-großen, kryptisch-mystischen Vorab-Single: "(Don't Fear) The Reaper" kennt wirklich jede*r, und spätestens seit 2000, sofern sie Humor haben und "Saturday Night Live" konsumieren, auch die dazugehörigen Mütter. More Cowbell!

Sänger und Gitarrist Donald 'Buck Dharma' Roeser nahm einigermaßen entgeistert zur Kenntnis, dass viele seinen Song als eine Aufforderung zum (erweiterten) Suizid interpretierten. Solches habe er beim Schreiben nicht im Sinn gehabt. Er habe viel mehr für Gelassenheit im Umgang mit dem Unausweichlichen plädieren wollen, und eine Lanze für die Liebe brechen, die den Tod überdauert. Geschrieben habe er das Stück in Erwartung seines eigenen frühen Dahinscheidens. Eine unbegründete Angst, wie sich herausstellen sollte: Noch ist Dharma am Leben und geht, hoffentlich munter, auf die 80 zu.

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Blue Öyster Cult - "Agents Of Fortune"*

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