Stevie Wonder - "Songs In The Key Of Life"
"Von allen meinen Alben bin ich mit 'Songs In The Key Of Life' am glücklichsten", sprach Stevie Wonder einmal. Angesichts seiner an Höhepunkten wahrlich nicht armen Diskografie mag das etwas bedeuten. Dabei hatten viele, vielleicht sogar er selbst, seine Karriere damals bereits abgeschrieben. Sein Vertrag mit Motown läuft 1976 gerade aus. Längst in den R'n'B- und Pop-Olymp aufgestiegen und dort zum Inventar gehörig, hat Wonder alles erreicht. Nun ist er gerade Vater geworden, zieht ein Karriereende in Betracht, will sich auf sich, seine Familie und Charity-Projekte konzentrieren.
Statt diesen Plan aber durchzuziehen, startet Stevie Wonder aber noch einmal durch. Er tauscht seine Produzenten aus, und er setzt seine Anwälte in Marsch. Die wiederum handeln ihm einen neuen Siebenjahresvertrag aus, der ihm maximale künstlerische Freiheit, einen riesigen Vorschuss sowie eine bis dato beispiellos hohe Gewinnbeteiligung garantiert. Sein neues Label ist sein altes, und für Motown zahlen sich die immensen Investitionen gleich mit dem ersten unter den neuen Konditionen veröffentlichten aus: "Songs In The Key Of Life" schießt aus dem Stand an die Spitze der Billboard-Charts, bleibt dort 13 Wochen, hält sich 35 Wochen in den Top Ten und insgesamt 80 Wochen in den Charts.
Die Liste der Beteiligten: schier endlos. An die 130 Musiker*innen kassieren Credits für "Songs In The Key Of Life", darunter Herbie Hancock, Minnie Riperton und George Benson. Die Hauptrolle spielt trotzdem ein anderer. Stevie Wonders brandneues Gadget nämlich, ein Yamaha GX-1-Synthesizer der damals aller-aktuellsten Bauart. "The Dream Machine" nennt Wonder das Monstrum mit drei Keyboards, über das man munkelt, er habe sich (wahrscheinlich einzig und allein, um seinem Rivalen in Sachen Nerdiness, besagtem Herbie Hancock, eins auszuwischen) derer gleich zwei zugelegt.
Von sieben Grammy-Kategorien, in denen Stevie Wonder für "Songs In The Key Of Life" nominiert ist, gewinnt er vier. Damit setzt er gewissermaßen ein Ausrufezeichen hinter die Dankesrede seines Kollegen Paul Simon. Der sprach bei der Preisverleihung im Vorjahr die schönen Worte: "Ich möchte mich bei Stevie Wonder bedanken - dafür, dass er 1975 KEIN Album herausgebracht hat."
Kaufen?
Stevie Wonder - "Songs In The Key Of Life"*
Wenn du über diesen Link etwas bei amazon.de bestellst, unterstützt du laut.de mit ein paar Cent. Dankeschön!
Noch keine Kommentare