Talk Talk - "The Colour Of Spring"
Gibt es ein erhabeneres, zeitloseres Art-Pop/Rock-Album der 80er Jahre als "The Colour Of Spring"? Manche mögen nun "Hounds Of Love" von Kate Bush oder Peter Gabriels "So" ins Feld führen, alle drei Alben setzten auch produktionstechnische Maßstäbe, aber nur dieses Album schwebt seither losgelöst vom Erscheinungsjahr 1986 weit über dem Erdboden, märchenhaft-verträumt und schwer fassbar wie die Engel von Marc Chagall.
Es ist das letzte Mal, dass das Label EMI nach einer Talk Talk-Albumaufnahme Dollarzeichen in den Augen hat: Der Nachfolger "Spirit Of Eden" beendet die 80er zwei Jahre später mit einem ähnlichen Knall wie Nirvanas "Nevermind" die 90er einleitete. Nur als desaströser kommerzieller Flop.
Auf "The Colour Of Spring" deutet sich nur ansatzweise an, was da noch kommen könnte. Trotz weniger Synthie-Pop, mehr Orgel und mehr echtem Klavier ist die Platte noch recht nah am Vorgänger "It's My Life". Hier und da zeigt Sänger und Komponist Mark Hollis bereits ein bemerkenswertes Gespür für freie Songdynamik. Trotzdem fallen zwei Songs als Hits ab: "Life's What You Make It" und vor allem "Living In Another World". Hollis umgarnte auch sie mit überlangen und feingliedrigen Arrangements. "The Colour Of Spring" wurde ein riesiger Erfolg in Europa und Amerika, Popmusik war ab diesem Zeitpunkt für Talk Talk durchgespielt. Nur das Label ahnte von alledem noch nichts.
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