Depeche Mode - "Black Celebration"
Frage an Dave Gahan im Jahr 1986: Woran sollte man sich in zehn Jahren beim Namen Depeche Mode erinnern? Der 24-Jährige antwortet: "An eine der großartigen Pop-Bands der 80er Jahre." In Wahrheit lag Gahan 1996 für zwei Minuten tot in einem Krankenhaus. Doch es gab ein Happy End und nun, 40 Jahre später, erinnern wir uns in der Tat an eine der großartigen Pop-Bands der 80er Jahre. Denn auch nach 1996 ging es weiter, nach überstandenen Drogeneskapaden und Bandumbesetzungen, schnurstracks auf den Pop-Olymp und in die größten Stadien. "Black Celebration" war ein Gamechanger: Das dritte DM-Album in Folge in West-Berlin, wie bei David Bowie ist es das letzte, die Hansa-Trilogie des Industrial-Pop damit perfekt.
Pain and suffering in various tempos: Es ist das Album, das Fans zu Obsessiven macht. Eine Sammlung voller klaustrophobischer Sci-Fi-Keyboardsounds. Dazu passt, dass Hits im eigentlichen Sinne fehlen. Als erste Single wählt man etwa mit "Stripped" einen mit dramatischem Gothic-Metal-Arrangement verzierten Song ohne Radio-Airplay-Aussichten, der erst im Live-Kontext zur Hymne erwächst. Schon der Titeltrack leitet das Album mit einer feierlichen Tristesse ein, die trotz massivem Reverb-Einsatz eine ähnlich spröde Faszination aussendet wie das minimale The Cure-Album "Seventeen Seconds".
Der Nährboden für den zwei Jahre später eintretenden Triumph von Pasadena ("101") ist gelegt. Auf der "Black Celebration"-Tour steht in Cleveland der junge Trent Reznor im Publikum und ist vom Zusammenspiel von Mensch und Maschine begeistert: "I left that show grateful, humbled, energized, focused, and in awe of how powerful and transformative music can be ... and I started writing what would eventually become 'Pretty Hate Machine'."
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