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Cyndi Lauper – "True Colors"

Mit ihrem Debüt mit dem bezeichnenden Titel "She's So Unusual" hat sich Cyndi Lauper eine komfortable Ausgangsbasis geschaffen. Wer von Platin- und Diamantstatus aus startet, kann sich ein bisschen Selbstliebe durchaus erlauben. Genau darum gehe es, so gab die Künstlerin seinerzeit gegenüber der New York Times zu Protokoll, auf ihrem zweiten Album:

"Es sagt: Sei mutig, steh' zu deinen Überzeigungen und hab' dich selbst ein bisschen lieb", erklärt sie, "obwohl wir unser ganzes Leben lang lernen, das nicht zu tun. Als Babys sind wir die selbstsüchtigsten Kreaturen überhaupt, alles dreht sich nur um uns selbst. Wenn wir dann älter werden, bekommen wir beigebracht, das sei ekelhaft, und sich selbst leiden zu können, sei vermessen. Das ist auch Thema dieses Albums: sich selbst gegenüber nicht so hart zu sein."

Ganz und gar nicht hart präsentierte sich Cyndi Lauper mit dem Titelsong. Den schrieb Billy Steinberg, einer der beiden Songwriter dahinter, eigentlich zu Ehren seiner Mutter. Anne Murray, die ihn zuerst angeboten bekommen hatte, wollte ihn nicht aufnehmen, also landete die Nummer bei Cyndi Lauper. Der wiederum ging der Song ans Herz, brachte er doch ihre Gefühle auf den Punkt, nachdem ihr enger Freund Gregory Natal gerade an AIDS gestorben war. Dass "True Colors" (außer bei Olympischen Spielen und Rugby-Weltmeisterschaften) inzwischen auch aus Werbespots für Farbfilme und Waschmittel dudelt, mutet angesichts dessen fast ein wenig blasphemisch an. So oder wuchs sich der Song zu einer wahren Hymne der LGBTQ+-Community aus. Unter anderem gab er der Non Profit-Organisation "True Colors United" den Namen. Lauper rief die Initiative 2008 ins Leben, um jugendliche queere Obdachlose zu unterstützen.

Das Album namens "True Colors" hatte allerdings noch mehr zu bieten als nur diesen einen Song: Auch "Change Of Heart" und das Marvin Gaye-Cover "What's Going On" kamen bestens an. Die Verkaufszahlen katapultierten Cyndi Lauper erneut unter die Millionenseller und bescherten ihr diverse Auszeichnungen. Nur einen Grammy bekam sie, obschon in zwei Kategorien nominiert, dafür nicht.

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Cyndi Lauper – "True Colors"*

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