Cassandra Wilson - "New Moon Daughter"

Ob Cassandra Wilson wirklich, wie vom Time-Magazin proklamiert, als "beste Sängerin Amerikas" durchgeht, mag von vielen Parametern anhängen, nicht zuletzt von persönlichen Vorlieben. Außer Frage steht aber, dass wir es hier mit einer wahnsinnig begnadeten, facettenreichen Vokalistin zu tun haben, die in Jazz, Blues, Singer/Songwriter-Style und Free Funk gleichermaßen besteht und mit ihrem ausdruckstarken, emotional aufgeladenen Gesang über Genre- wie Ländergrenzen hinweg Herzen bricht.
Spätestens seit 1995 wissen nämlich auch Menschen außerhalb der USA um Cassandra Wilsons Qualitäten: Ihr zweites Album für das legendäre Blue Note-Label beschert ihr eine Nummer-eins-Platzierung in den Billboard-Jazz-Charts, einen Grammy für die beste Jazz-Vocal-Performance und obendrein den internationalen Durchbruch.
Eventuelle Restzweifel an Wilsons künstlerischer Risikobereitschaft und ihrer Vielseitigkeit räumt ein Blick auf die Tracklist aus. Mit dem beklemmenden "Strange Fruit" einsteigen, einem ursprünglich von Billie Holiday aufgenommenen Protestsong über Lynchmorde an Schwarzen Menschen, mit einer U2-Nummer weitermachen, knietief im Delta-Blues waten und über Hank Williams am Ende bei Neil Youngs "Harvest Moon" ankommen, ohne dabei beliebig oder, noch schlimmer, pietätlos zu wirken: Das muss Cassandra Wilson erst einmal jemand nachmachen. Ist das überhaupt möglich? "New Moon Daughter" beweist: Ja. Geht.
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