Seite 6 von 30

Mobb Deep - "Hell On Earth"

Es stand nicht unbedingt zu erwarten, dass Mobb Deep nur ein Jahr nach "The Infamous" derart furios nachlegen würden. Schon gar nicht hatte man zu hoffen (oder zu fürchten?) gewagt, dass sie die Eiseskälte, die der Vorgänger verströmt hatte, noch einmal heraufbeschwören könnten. Doch zieht euch warm an: Um "Hell On Earth" zu entfesseln, drehten Havoc und Prodigy den Temperaturregler sogar noch ein paar Grad herunter, mindestens auf minus elf.

Diesmal ist das Licht endgültig aus, keine versöhnliche R'n'B-Hook ist übrig geblieben, kein Fitzelchen Soul-Vibe, an dem man sich kurz wärmen könnte, nichts dient mehr als Hoffnungsschimmer. Kein Wunder, wenn man hört, was Prodigy über die Entstehungsgeschichte der Platte zu sagen hatte: "So viele Menschen aus unserem Umfeld starben während der Aufnahmen. Mindestens fünf der engsten Freunde und Familienmitglieder kamen ums Leben", erzählte er 2011 dem Complex Magazine. "Der Tod um uns herum war allgegenwärtig. Darum geht es auf 'Hell On Earth'. Wir fühlten uns, als würden wir in der Hölle leben."

Das Gefühl trog leider nicht: Auf dem tragischen Höhepunkt der Rivalität zwischen East- und Westcoast lagen der beschriebene Hades und die brutale Realität bekanntlicherweise so nahe beieinander, dass sie sich viel zu oft sogar überlappten.

Kaufen?

Mobb Deep - "Hell On Earth"*

Wenn du über diesen Link etwas bei amazon.de bestellst, unterstützt du laut.de mit ein paar Cent. Dankeschön!

Seite 6 von 30

Weiterlesen

Best of 1996 30 Jahre, 30 Alben

Girlpower, Trip Hop, das "Dark Side Of The Moon" der harten Stromgitarrenmusik, die erste hyperfeminine Rapperin und ein Sampling-Meisterwerk.

Noch keine Kommentare