Seite 7 von 30

The Misfits - "Static Age"

Als "Static Age" 1996 endlich erscheint, fühlt es sich eher an wie das Öffnen einer Zeitkapsel als wie eine gewöhnliche Plattenveröffentlichung. Sänger Glenn Danzig hatte zu diesem Zeitpunkt Corpsepaint und die Horrorpunk-Wurzeln längst hinter sich gelassen und suchte mit Samhain und schließlich mit seiner gleichnamigen Band nach bluesigeren, von Black Sabbath inspirierten Sounds.

Bassist und Gründungsmitglied Jerry Only hingegen fand zu Jesus und arbeitete hauptberuflich in der Maschinenwerkstatt seiner Familie, bevor er 1995 seine christliche Metal-Band Kryst The Conqueror in eine neue Inkarnation der Misfits umwandelte. Dies gelang infolge einer außergerichtlichen Einigung mit Danzig und dem Einstieg des 19-jährigen Sängers Michale Graves.

Die lange erwartete Veröffentlichung von "Static Age" enthüllte auf schmerzhafte Weise die Absurdität, dass ein noch nicht volljähriger Junge Danzigs Texte über Patty Hearst, Vincent Price und Kenneth Anger aus den späten 1950er-Jahren singt. Schließlich war der Inhalt des Albums stark von den Fernsehgewohnheiten des jungen Glenn Anzalone geprägt.

Die 17 Songs, aus denen "Static Age" schließlich bestehen sollte, wurden 1978 innerhalb weniger Monate in nur 30 Stunden aufgenommen. Das Ergebnis waren 35 Minuten eingängiger Hardcore, untermalt von Danzigs Rockabilly-inspiriertem Bariton. In einer gerechteren Welt wäre "Static Age" der Durchbruch der Misfits gewesen, ihr "London Calling" oder ihr "Never Mind The Bollocks".

Kaufen?

The Misfits - "Static Age"*

Wenn du über diesen Link etwas bei amazon.de bestellst, unterstützt du laut.de mit ein paar Cent. Dankeschön!

Seite 7 von 30

Weiterlesen

Best of 1996 30 Jahre, 30 Alben

Girlpower, Trip Hop, das "Dark Side Of The Moon" der harten Stromgitarrenmusik, die erste hyperfeminine Rapperin und ein Sampling-Meisterwerk.

Noch keine Kommentare