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Nonchalant - "Until The Day"

"Don't just rap - say something!" Um zu klären, ob Nonchalant der von ihr ausgegebenen Maxime auch selbst gehorchte, genügte ein flüchtiger Blick auf ihr Debütalbum. Bei dem es dann aber ganz sicher nicht bleiben wird, denn zweifellos rappt diese Frau nicht bloß. Sie hat viel mehr so viel zu sagen, dass "Until The Day" auch als Milieustudie durchginge. Es erzählt von Verbrechen und Polizeigewalt, von Rassismus, einem kollabierenden Bildungssystem, von Armut, Alkohol, Drogen, dem kompletten Teufelskreis. Tanya Pointer, die Frau hinter dem Alias Nonchalant, beobachtet das Geschehen in ihrer Hood schärfer als die Augen geschulter Streetworker, und sie verpackt, was sie sieht, in geschliffenere Reime als viele ihrer Zeitgenoss*innen.

Warum Qualität allein manchmal trotzdem nicht für den Durchbruch reicht, verstehe, wer will. Nonchalant jedenfalls schaffte es mit "Five O'Clock", der Leadsingle ihres Albums, noch in die Charts, danach passierte allerdings nicht mehr viel. Dass es Querelen mit ihrem Label MCA gab, die sich über Jahre hinzogen, hat offensichtlich auch nicht geholfen. Immerhin "Until The Day" ist erschienen. Es blieb der einzige Eintrag in Nonchalants Diskografie, bis 2021 noch der treffend "For All Non-Believers" betitelte Nachzügler folgte. Der jedoch erfuhr noch weniger Resonanz. Schweinewelt.

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Nonchalant - "Until The Day"*

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