Red Hot Chili Peppers - "Stadium Arcadium"
Ja, die Meinungen über die Red Hot Chili Peppers im Allgemeinen und die Leistung ihres Sängers Anthony Kiedis im Besonderen gehen auseinander. Dies gilt auch, sinniert man über die Qualität und Bedeutung ihrer Alben. Wie könnte es angesichts einer Rockband, die sich über vier Jahrzehnte lang von einer Chaostruppe aus L.A. zum veritablen Global Player im Rockbusiness gewandelt hat, auch anders sein? Perfektes Anschauungsmaterial liefert hier das neunte Studiowerk "Stadium Arcadium". Ein Doppelalbum, 28 Songs stark und tatsächlich das erste Nummer-eins-Album der Peppers in den Staaten.
Was sich für manche over the top anhört, demonstriert letztlich aber kreatives Können beziehungsweise einen regelrechten Drang, sich musikalisch auszutoben. Ein Adjektiv wie "monumental" drängt sich ob der schieren Masse der Songs auf, die auch noch in die beiden Plattenkapitel "Mars" und "Jupiter" unterteilt sind. Aber auch das Substantiv "Quintessenz" fällt angesichts der Vielseitigkeit in Instrumentierung und Arrangement ein. So hielten nach "By The Way" (2002) wieder vermehrt Funk und Big Riffs Einzug in den Sound, selbstverständlich auch im Hitformat: Die Platte hält potentielle Auskopplungen bereit, soweit das Auge reicht. Die Leadsingle "Dani California" fehlt bis heute in kaum einem Peppers-Liveset.
Dass die Platte in derselben Villa wie der Klassiker "Blood Sugar Sex Magik" aufgenommen wurde, natürlich wieder unter der Regie von Rick Rubin, wirkt letztlich nur noch wie das berühmte Tüpfelchen auf dem i. So wundert es in der Retrospektive viel weniger, dass sich Gitarrist John Frusciante nach dem Ende der Tour zur Platte ein weiteres Mal entschloss, seine Kameraden zu verlassen: Sein Kreativtank war wohl wieder bis auf den letzten Tropfen leer.
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2 Kommentare
Nostalgia hitting hard... gibt wenige Alben, mit denen ich so viele intensive Momente und Gefühle meines halbstarken not a girl not yet a woman - Ich verbinde
Was die Kombination an Qualität und Quantität angeht, vermutlich ihr bestes Album. Habe es zwar relativ häufig gehört, allerdings mich nie so richtig damit anfreunden können. Ähnlich wie die beiden neuen Werke einfach zu rund, zu glatt, zu perfekt und manchmal einfach zu großartig und nervig scheiße zugleich ("Turn It Again"). Insgesamt auch zu viel Schönheit auf einmal. Dagegen war "The Getaway" eine reine Erlösung schon, 2016. "Strip My Mind" ist bis heute mein Lieblingssong auf dem Albung. Was seit "By the Way" aber am meisten nervt ist der schleppende Sound von Chad. Ich hab' irgendwie das Gefühl, der trottelt immer so ein bisschen hinter her im Hintergrund, vieles kommt so rüber, als würde man auf einer Lore neben einem Zug fahren oder als würde jemand auf seinem Schreibtisch völlig desinteressiert herum trommeln. Nun ja, ich werde nächste Woche mal wieder reinhören. "Warlocks", "She's Only 18", "So Much I" sind auch noch ein guter Tipp für alle, die gerne mal so richtig ausflippen möchten.