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Prinz Pi - "Donnerwetter"

Huch! Liegt es doch schon zwanzig Jahre zurück, dass Prinz Pi eine gute Platte gemacht hat? Donnerwetter, die Zeit vergeht wie im Flug ... heute kennt man ihn ja eher als Werbebotschafter für Hotelketten oder Schließanlagen, oder als Häuslebauer.

2006 war Prinz Pi, die Älteren erinnern sich vielleicht, noch Rapper, und wenngleich es auch nicht ganz zum im Intro verheißenen "größten deutschen Liedwerk seit den Nibelungen" gereicht hat, war "Donnerwetter" die seither anhaltende Durststrecke trotzdem mehr als wert: Der Berliner packte in diesem Album kreative, schlaue Lyrics technisch anspruchsvoll auf ebenso einfalls- wie abwechslungsreiche Beats, die von den reduzierten Akustikgitarren von "Meine Roots" über Kopfnick-Monster wie "Bonnys Ranch 3" bis hin zu Disney-Filmmusik-tauglicher Ware wie "Die Bomben Schlafen" das komplette Spektrum abdeckten.

Den Vogel schoss Pi seinerzeit aber mit der Dreingabe ab: Unter dem Titel "Der Herr Der Dinge" fand sich da ein 45-minütiges gerapptes Hörspiel. Produzent Biztram zimmerte aus den Klängen mittelalterlicher Instrumente die Kulissen für dieses Fantasy-Märchen, das, oberflächlich betrachtet, vom Krieg zweier verfeindeter Parteien erzählt. Tatsächlich zeichnen die Abenteuer der Herrscher des Nordens und des Nordwestens, des Königs, seines aufmüpfigen Sohns und des Prinzen mit der eisernen Maske aber Rangeleien innerhalb der Deutschrapszene und den ewigen Kampf Indie- vs. Majorlabels nach. Großes Kino.

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Prinz Pi - "Donnerwetter"*

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