1990er, Platz 9: Cypress Hill
Dass mittlerweile fast die Hälfte aller US-Bundesstaaten Cannabis legalisiert hat, könnte zu einem gewissen Grad auf das Wirken von Cypress Hill zurückgehen: Niemand beackert das berauschende Kraut derart beharrlich wie B-Real und Sen Dog. Die Kifferthematik zieht sich wie ein grüner Faden durch ihr Schaffen, von "I Wanna Get High" über "Dr. Greenthumb" bis zu den "Rosas Verdes" auf ihrem neuesten Album. Jaja, wir haben’s kapiert: Legalize it!
Nun könnte man versucht sein, die Gruppe aus South Gate bei Los Angeles als die Cheech & Chong des Rap abzutun. Doch damit würde man dem, das die beiden MCs gemeinsam mit DJ Muggs und Percussionist Eric Bobo in über 35 Jahren Bandgeschichte erreicht haben, nicht gerecht. Die lateinamerikanischen Wurzeln der Kalifornier waren von Anfang an präsent und rückten mehr und mehr in den Fokus. Ein Slangausdruck hier, ein Song da, und 2026 schließlich ein komplett auf Spanisch eingespieltes Album. Damit wurden sie zu Wegbereitern für neue Generationen von Latin-Rapper*innen.
Zudem zeigten sie mit ihrem Album "Black Sunday" 1993, wie weit selbst düsterer, eigenwilliger Rap kommen kann: Platz eins in den Billboard-Charts, Multiplatin und so weiter. Nicht zuletzt gewannen Cypress Hill in den Neunzigern ein großes Rockpublikum für den Hip Hop. Muggs ließ sich musikalisch von Bands wie Black Sabbath oder Led Zeppelin inspirieren, Sen Dog ging mit Slayer-Drummer Dave Lombardo zur Schule und hat mit Powerflo eine eigene Crossover-Band am Start: Naheliegend, dass es an ihnen war, den Arm Richtung Rockzirkus auszustrecken. Wir lernen: Cypress Hill waren ihrer Zeit immer wieder voraus. Von wegen hängengeblieben.
1 Kommentar
Für mich auch eine der besten Metal Bands