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1980er, Platz 5: De La Soul

Wer in Physik aufgepasst hat, weiß: Actio gleich Reactio, drittes Newton'sches Axiom. Wenn also Ende der 1980er Jahre grimmig dreinblickende Typen wie N.W.A. und Public Enemy die Hip Hop-Szene dominierten, musste es fast zwangsläufig auch eine gegenläufige Bewegung geben. Die trat anno 1989 in Gestalt dreier Jungs in Erscheinung, die angetan mit Lederhalsbändern und Peacezeichen die Bühne enterten, mit guter Laune und Gänseblümchen um sich warfen und, passend zu letzteren, den Anbruch des "D.A.I.S.Y. Age" verkündeten. Wobei die Bezeichnung hier nicht für das wissenschaftlich Bellis Perennis benamste florale Gewächs steht, sondern kurz für "Da' Inner Sound Y'all". Gangstern und allen, die so getan haben, als wären sie welche, mussten Posdnuos, Trugoy the Dove und Mase mit ihrer Hippie-Attitüde wie ein Witz erschienen sein.

Den funky Soundteppich knüpfte den Blumenkindern aus Amityville Stetsasonics Prince Paul und samplet sich dazu einmal quer durch die Musikgeschichte. Noch mehr Querverweise in alle möglichen und unmöglichen Richtungen der Popkultur finden sich nur in den Lyrics. Mit ihrem Debüt "3 Feet High And Rising" haben De La Soul nicht die Unsitte etabliert, Albenplatz mit größtenteils nutzlosen Skits vollzustopfen. Sie haben auch Humor, Witz und Nerdinss in den Hip Hop gebracht und das Genre so für ganz neue Hörer*innenschaften anschlussfähig gemacht.

Zusammen mit den Jungle Brothers und A Tribe Called Quest hoben Dove, Pos und Mase zudem die Native Tongue-Bewegung aus der Taufe. Deren Idee von einem friedlichen und respektvollen Miteinander war immer schon eine gute gewesen. In aufgeheizten Zeiten erscheint sie derzeit wieder sinnvoller denn je.

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