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1980er, Platz 4: Beastie Boys

Drei weiße jüdische Jungs aus gutbürgerlichen Verhältnissen mutieren in New York von einer Punk-Band zu einer der besten Rap-Crews aller Zeiten. Chuck D von Public Enemy beschrieb das New York der frühen Achtziger als Schmelztiegel, in dem zunächst Pioniergeist und Musik zählten, nicht Herkunft. Punk, Ende der Siebziger entstanden, war zu Beginn der Achtziger noch eine aufregende Gegenkultur, wurde aber zunehmend selbst zum Mainstream-Phänomen. Auf den ersten Blick verband Punk und Hip Hop nicht viel, doch beide boten einen einfachen Zugang und pflegten ein DIY-Ethos. In den ranzigen Kellerclubs New Yorks teilten sich Punker und HipHopper ohnehin das Mikro, Überschneidungen passierten fast zwangsläufig.

Eigentlich eher als Scherz gedacht, experimentierten die Beasties auf "Cooky Puss" mit Beats und fanden Gefallen daran. Aus einer Albernheit wurde eine Karriere: typisch für eine Band, die immer einen eigenen Humor in die Hip Hop-Welt brachte. Sie nur als Spaßprojekt abzutun, wird der langen Legacy aber nicht gerecht. Klingt das Debüt "Licensed To Ill" noch reichlich quatschig, erfolgte auf dem Nachfolger "Paul's Boutique" ein radikaler Stilwechsel, ein Meilenstein der Musikgeschichte. Die Beastie Boys wollten keine Hintergrundberieselung für College-Partys mehr sein, sondern sich als Musiker weiterentwickeln. Das Album mit seinen vertrackten Beats und unzähligen Samples gilt bis heute als große Inspiration, von Chemical Brothers und Beck bis zu Yard Act.

Erwachsen wurde die Band endgültig in den Neunzigern: In Tracks wie "Sure Shot" distanzierten sie sich selbstkritisch von sexistischen und homophoben Witzen ihrer Anfangszeit, gleichzeitig kam politisches Engagement hinzu. 1998 äußerte sich Adam Yauch kritisch gegenüber zunehmender antimuslimischer Rhetorik. Er war eine Stimme, die mit seiner Band Grenzen aufbrach und Hip Hop zu einem gemeinschaftlichen Happening machte. Yauch starb 2012, eine ruhige, verbindende Stimme wie seine fehlt bis heute.

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