Asscheeks
Eigentlich habe ich das hier für eine Review vorgesehen gehabt, aber wahrscheinlich wird daraus nicht mehr so viel: Das neue AzChike-Album ist da. Es gab ja diese L.A.-Mikrogeneration an Trappern, die auf dem neuen Kendrick-Album gelandet sind, und alle waren überzeugt, dass mindestens einer von denen diesen Boost sinnvoll nutzen würde. AzChike scheint nun die letzte, aber vielleicht auch vielversprechendste Chance zu sein.
Er hat eine grundlegende Sache verstanden: Der Kendrick-Hype wird nicht auf aktuellen L.A.-Straßenrap überschlagen. Die haben das für "GNX" kurz in Kauf genommen, aber sie werden nicht plötzlich anfangen, RonRonTheProducer gut zu finden. "No Rest For The Wicked" erfindet den Typen, der vor Jahren noch völlig bekifft sein Freshman Class-Empfehlungschreiben runtergerotzt hat, als einen sensibl-souligen Conscious-Rapper mit kredibiler Straßenvergangenheit neu. Ergibt Sinn, damit bei den Kendrick-Fans stärkeren Anklang zu finden.
... und "No Rest For The Wicked" macht keinen schlechten Job damit: Es ist ein sehr solides, braves, erwachsenes Projekt. Kendrick hat sein Feature leider zurückgezogenen, dafür springt Tyler The Creator gleich zweimal ein; und auch Pharrell schaut an den Beats vorbei. Es erinnert mich auf eine neutrale Art an dieses jüngste Ray Vaughn-Album, das ich ja eigentlich sehr mochte. Aber auch da gilt: Wenn du diese Sorte Album machst, musst du entweder ein paar Killer-Singles haben, richtig viel Herz, oder die Fähigkeit, auf Kragenweite gegen "Good Kid, M.a.a.d City" zu gehen. Das sehe ich hier dann doch nicht so sehr. Es ist fine, aber werde ich es hören, statt besserer Vorgänger, die im Grunde das Gleiche machen? Ich glaube kaum.
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