Tipps von Ikkimel
Obendrein interviewt sie sich im Track-Format auch einfach noch selbst. Beziehungsweise: Sie gibt ein paar Tipps, wie man zur Baddie wird.
Wertvoll, wertvoll, I guess. Trotzdem bin ich ein bisschen verwundert. War ich auf "Fotze" noch mehr oder weniger enthusiastisch angesichts ihrer musikalischen Entwicklungen, fühlt sich das hier wie ein ganzer Schritt zurück an. Vor allem auf textlicher Ebene: Klar, natürlich ist das der übliche Shittalk. Aber ohne jetzt wie ein Technik-Atze rüberkommen zu wollen: Warum reimt die denn jetzt so verquer?
"Regel Nummer zwei: Scheiß auf alles / Vergiss nie deine Freunde, wenn du hast viel Bares." Oder "Piercings immer gut, so Zunge oder Bauch / Aber lass ihn niemals sagen, dass du wärst seine Frau." Oder: "Wichtig auch, schieb dir manchmal einen Dübel rein / Mit den Freundinnen kannst du reden emotional." Kannst du reden emotional? Dass du wärst seine Frau? Wenn du hast viel Bares? Warum klingt das, als hätten Mehnersmoos diesen Text geschrieben?
Nein, es klingt nicht einmal nach denen. Die machen so etwas immerhin so konsequent, dass man es als Style erkennt. "Tipps Von Mir" klingt einfach nur, als hätte man den Text in fünf Minuten ohne jedes Editing einmal runtergeholzt. Er klingt supersloppy, und ergo klingen auch die Vocals von Ikkimel unkoordiniert, blass und flowtechnisch nicht gut.
Ich weiß, dass sie niemand ist, der jetzt übertrieben über die Craft kommt. Aber ich hatte dieses Gefühl, dass sie sich schon als Artist versteht und sich auf dem letzten Album dahingehend ein ganzes Stück entwickelt hat. Das hier klingt wieder ernstlich unroutiniert. Gekoppelt mit diesem lächerlich überproduzierten High Budget-Video lässt es doch das Gefühl zurück, dass ihr Fokus gerade nicht so recht auf Musik liegt.
1 Kommentar
1. gib nur wenn du kannst
2. nimm nur wenn du brauchst
3. lass keine woche vergehen ohne neue musik zu kaufen
4. geh nicht zu den bullen
(irvine welsh-klebstoff)