laut.de-Kritik
Dieses Album hat keinen Bildungsauftrag.
Review von Mirco LeierNatürlich heißt Ikkimels Album "Fotze" und natürlich erscheint es am Valentinstag. Wer eine Karriere auf "Keta und Krawall" aufbaut, der kann nicht auf halbem Weg den Schwanz einziehen und sich auf einmal mit Rollkragenpullover zu den Schwiegereltern an den Mittagstisch setzen.
Ikkimels Leitsatz lautet weiterhin Provokation. Insofern liefert uns die Berlinerin auch auf ihrem zweiten Album die erwartbare Mischung aus grellen Beats und plumpen Texten übers Ficken und Feiern, die sie mittlerweile zum landesweiten Phänomen machten.
Da steckt nicht besonders viel artistische Finesse dahinter. Wer hier ein ausgeklügeltes Konzept erwartet, hat sich in der Schlange geirrt. Hier steht man für 30min Berliner Nightlife-Abfuck an, mit allem was dazu gehört: Vorglühen mit "Vodka E", Anruf beim Kokstaxi, Orgasmus auf der Bassbox und Orgie auf dem Clubklo. Porno-Rap halt, nur von einer Frau. Was im Jahr 2025 in Deutschland mancherorts immer noch für einen mittelschweren Skandal zu reichen scheint. Dabei kann man meiner Meinung nach Ikkimels Musik höchstens vorwerfen, dass sie ihr eigentliches Potential oftmals nur ankratzt.
So stand zum Beispiel der Vibe, dass einem Ikkimel eher Comedy-Sketche verkaufen möchte als eine genuin gute Zeit, ihrer Musik bereits in der Vergangenheit mehr als einmal im Weg, und auch hier finden sich immer noch Spuren davon. "Mütter", "Unisexklo" oder "Baddie (feat. Money Boy)" klingen wie Einspieler aus einem Kebekus-Programm, Biss oder Ernsthaftigkeit sucht man vergebens. Nicht nur weil die fast schon cartoonhaften Bumms-Beats ein äußerst wackliges Fundament darstellen, auch Ikkimel rappt hier amateurhaft in einem fast schon ironischen Tonfall, der nahelegt, dass sie das hier eigentlich gar nicht ernst meint. Als solle man dazu jetzt nicht feiern oder ficken, sondern an aller erster Stelle darüber lachen. Weniger Cardi B und mehr "Warum liegt hier Stroh?"
Glücklicherweise bringen die vielen Deep-Cuts der LP ihre Inhalte deutlich besser an den Mann. Lucy & Suena und Barré, die sich für eine Vielzahl der Songs hier an die Regler stellen, weichen gerade in der ersten Hälfte vom bislang typischen Ikkimel-Kirmestechno-Sound ab und deklinieren einmal die moderne Auf-die-Fresse-Palette durch. Auf "Vodka E" wabert ein Chief Keef-Gedächtnis-Beat aus den Boxen, "Oha" schraubt die BPM mit fettem Phonk nach oben, und Songs wie "Amena" oder "Glitzer Glitzer" finden einen versöhnlichen Kompromiss zwischen Trap und Hyperpop, der dem Rap der Berlinerin deutlich mehr Nachdruck und Ernsthaftigkeit verleiht.
Dabei sollte man ohnehin erwähnen, dass Ikkimel mittlerweile auch ganz ansehnlich rappt. Stellen sich einem bei den Flows von "Mütter" noch die Haare im Nacken auf, klingt das auf "Amena", "Böser Junge" oder "Jetzt Erst Recht" durchaus stimmig. "Männer sind so peinlich, warum sind nicht alle Ikkimel? / Ich brauch' 'n Millionär, der mich bumst auf sei'm Tigerfell": Wenn sie ihren Dirty Talk nicht mit einem Zwinkern an den Man bringt, als fände sie es selbst besonders lustig, dass sie gerade Pimmel gesagt hat, dann schwingt da auch tatsächlich etwas emanzipatorische Wut mit, die dieser Art Musik besser zu Gesicht steht als der Versuch einer Parodie.
Die Frage, ob das jetzt alles feministisch ist, führt an dieser Stelle aber nicht zum Ziel. Es ist auf jeden Fall nicht un-feministisch. Ikkimel bringt das auf "Jetzt Erst Recht" eigentlich selbst sehr schön auf den Punkt. "Und ist Ikkimel jetzt überhaupt noch feministisch? Auf einmal tun die kleinen Pisser so, als wärs ihnen wichtig." Die, die diese Kritik für gewöhnlich am lautstärksten vorbringen, sind dieselben, die sich privat einen Scheißdreck drum kümmern. Dieses Album hat keinen Bildungsauftrag. Man kann das auf musikalischer Ebene (hier und da auch nicht zu unrecht) ziemlich dürftig finden, aber wer den Inhalt eines stupiden Clubalbums genauer unter die Lupe nimmt als die eigenen moralischen Grauzonen, der geht intellektuell wirklich auf dem Zahnfleisch. Man kann sich nicht mit der linken Hand zu Gangbang-Pornos einen runterholen, und mit der rechten den Zeigefinger in Richtung dieses Albums erheben.
Insofern stellt sich vielmehr die Frage, wie gut denn "Fotze" als ein solches Club- und Partyalbum funktioniert. Die Antwort darauf ist allerdings gar nicht mal so einfach. Manche Songs wie das unerträgliche "Drei Fotzen Mit Nem Bombenarsch", dessen "Drei Chinesen Mit Nem Kontrabass"-Parodie sich irgendwo zwischen den Lochis und der Pornhub-Startseite einpendelt, oder die bereits mehrfach erwähnten "Mütter" und "Baddie" machen keinen Spaß. Das ist Musik zum Augenrollen, die man einmal hört und über die Absurdität des Ganzen schmunzelt, und danach nie wieder.
Andere Songs hingegen lösen das exzessive Hedonismus-Versprechen dieser Art Musik erstaunlich gut ein. "Jetzt Erst Recht" und "Wellness" klingen zum Beispiel so, wie Ski Aggu denkt, dass seine Musik es tut. "Glitzer Glitzer", "Amena" und "Böser Junge" entführen gekonnt die Y2K-Ästhetik in den Swingerclub, und "Oha" haut einem einen akustischen Drogencocktail um die Ohren, der einem im Vorbeigehen die Klamotten vom Leib reißt. Sobald die Provokation nicht mehr an vorderster Stelle der Musik steht, geht Ikkimels Konzept, dass dieser Lebensstil Laune macht, plötzlich wie von selbst auf.
Und dann ist da ja noch "Herz Zurück". Der Closer, der beim Blick in den Spiegel nach einem Wochenende Berghain die Kunstfigur nicht mehr wiedererkennt. Da holt Ikkimel auf einmal die Akustik-Gitarre raus und singt eine Kiezballade, die den Kater mit offenen Armen begrüßt. "Und wenn du sagst, du willst mein Herz zurück, sag ich: Ich weiß nicht, wo es ist." Ein fast schon deprimierendes Stück Selbstreflektion, das dieses Album nicht mal gebraucht hätte, auch weil es musikalisch etwas flach ausfällt.
Dennoch setzt es einen Schlusspunkt, der Ikkimel ultimativ als eine Künstlerin etabliert, die allen lachhaften Empörungen, aber auch der berechtigten Kritik zum Trotz Deutschrap unterm Strich gut tut. Es ist nicht so, als würde das Patriarchat von heute auf morgen plötzlich auseinanderfallen, einfach nur weil dieses Album existiert, aber es ist schön, einen Gegenpol zum alltäglichen Schwanzvergleich zu haben, der diesen Rollentausch nicht nur tatsächlich nach Spaß klingen lässt, sondern auch beweist, dass unter all dieser pinken Muskelmasse tatsächlich noch ein Herz schlägt.


17 Kommentare mit 69 Antworten
richtige craze musik
Finde die Dame wirklich in jeder Hinsicht unangenehm und besonders schlimm sind ihre Rap-"Skills".
Gehts noch offensichtlich scheisser?
wenn es dieses jahr wieder kein ikkimel gf gibt, ist es over... aber sowas von over

es gab 2025 wieder kein ikkimel gf... jetzt meine einzige hoffnung auf lord primarch trump! ich schwöre, wenn Lord Primarch das nicht auf die reihen kriegt ist es aber sowas von over!

1/5. Trotzdem Queeeeeeen Ikki
Ich denke, dieses ganze Fotzen-Gedöns soll zum Einen die gänzliche Kreativlosigkeit trotz diverser Linguistik-Semester, die eine gewisse Erwartungshaltung aufbauen, überdecken, zum anderen aber auch gleichzeitig verhindern, dass man im German-Pop-Universum landen muss, was zwar viel lukrativer wäre, aber das damit einhergehende Schamgefühl für solche Kreaturen möglicherweise die Verpulverung bedeuten könnte, ähnlich den Vampiren bei Sonnenaufgang.
Was also tun? Vielleicht Tagebucheinträge vorsingen, die davon zeugen, wie man jahrelang mit Selbstzweifeln und Depressionen zu kämpfen hatte, anstatt so zu tun, als wäre ständig "Fotze" zu sagen ein unfassbar originelles Neo-Linguistisches Konzept, das nur schwer zu verstehen ist, weil halt abstrakt und gleichzeitig all das möglicherweise Mit-Symptom und irgendwie gleichzeitig auch wieder Mitursache für die Versagensängste und niedergeschriebenen Depressionen ist!? Ich würde sagen: Ja.
Hm, das kam wohl raus, als ich drei Monate lang hier nicht aktiv war. Glück für die Autoren der extrem dämlichen Kommentare hier. Ums mit MC HOOBEE zu sagen: Bumst euch und Fresse noch.
In solch schwierigen Zeiten möchte ich Dir hierfür meinen Dank aussprechen, dass Du an Menschen Glück verteilt hast - auch ohne großes Zutun. Die Geste zählt und viele Menschen haben Nichts.
Was nochmal das Geschlechter-Äquivalent zum white saviorism complex?
Also wenn bei mir zuhause die Majorität mir kleinem XY-Chromosomenträger vorhält, ich hätte mal wieder keine Ahnung, dann nenne ich diesen Komplex "Alltag". Das scheint mir aber nicht dem herrschenden Gesellschaftsmodell zu entsprechen.
Vielleicht solltest du dir erstmal bewusst machen, was white saviorism complex ist, bevor du mir etwas „äquivalentes“ andichten willst gueldi.
@gueldi:
White Knighting?
Das passt schon eher, wobei ich finde, dass das Maul aufreissen bei Aussagen wie „Und ganz kurze Antwort auf die Frage, ob das nicht doch vielleicht irgendwie feministisch sei: nein. Gern geschehen.“ von offensichtlich männlich gelesenen Personen eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, und sowas als „white knighting“ titulieren es verdient als „reaktionär konservativ“ tituliert zu werden.
Was meinst Du denn dazu, ElMassivo?
ich denke das ist wie immer capslokk macht typisch deutsche diskusione ohne fühlen migrantische perspektiv
Der Deutsche, der gönnerhaft am Sommer-Grill steht, braucht selbstredend eine wohltuend richtende Hand auf seiner Schulter, während er die Kneifzange akkurat bedient. Auf der einen Seite das Fleisch, auf der anderen Seite die Veggie-Varianten, nicht, dass noch etwas vermischt wird.
Yoa, is halt so dein Vibe, Caps, Leuten erstmal grundsätzlich zu unterstellen, dass sie, natürlich im Gegensatz zu dir, irgendwie keine Ahnung haben. Dass das ein zentraler Teil von Männlichkeit konstituierendem Verhalten ist, gegen das du ja hier so stolz und tapfer anschreibst, darauf hab ich dich vor geraumer Zeit ja schonmal vorsichtig hingewiesen, aber ey... fuck it, do your thing.
Vielleicht noch: kennst du den Don`t Read Therory Podcast? Eine Hörempfehlung von mir ist in dem Zusammenhang die Folge: Hot Boys Cry? Warum männliche Feministen unheimlich sind
https://www.podcast.de/episode/690374899/h…
...weil sie sich Knister erhoffen und für die meisten Frauen gar nicht attraktiv sind!?
Wo wir kurz dabei sind: Finds ehrlich und ernsthaft schon länger sehr schade, dass Du quasi durch die Bank verbissen und unzufrieden rüberkommst, Caps. Das mit dem wuasi sofortigen Austeilen und dem Unterstellen, alle Anderen seien wesentlich dümmer, ist mMn. eine relativ neue Entwicklung, und vor ein paar Jahren noch nicht Dein Ding.
Ist vor allem deshalb schade, weil es sich hier nur um ein paar wenige Trolls handelt, die ernsthaft grundsätzlich unvereinbar mit Deinen Positionen oder die Aufregung wert sind. Was auch immer der Grund ist - ich hoffe, das geht vorüber, oder an meinen Befürchtungen ist nix dran.
Also bitte gueldi, du missbrauchst einen Begriff, in dem du einen Begriff, den jemand von einer marginalisierten Gruppe erdacht hat um damit für die marginalisierte Gruppe schädliches Verhalten zu benennen, falsch verwendest. Um das, was ich hier tue, mit dem Konzept White Saviorism Complex verknüpfen, braucht es eine extrem flexible Nackenmuskulatur. Wenn du dich vertan hast und „white knight“ meintest, fair enough. Ansonsten redest du halt Müll.
„Yoa, is halt so dein Vibe, Caps, Leuten erstmal grundsätzlich zu unterstellen, dass sie, natürlich im Gegensatz zu dir, irgendwie keine Ahnung haben.“
Das ist auch einfach absolut keine grundsätzliche Unterstellung, sondern eine zielgerichtete, sehr spezifische Kritik. Statt darauf einzugehen argumentierst du hier aber ad hominem. Wir haben Werkzeuge, mit denen wir erörtern können, wessen Bild der Welt am ehesten mit der Realität übereinstimmt, aber du scheinst gehemmt diese anzuwenden, wenn du eine Sichtweise nicht fühlst.
„ Dass das ein zentraler Teil von Männlichkeit konstituierendem Verhalten ist, gegen das du ja hier so stolz und tapfer anschreibst, darauf hab ich dich vor geraumer Zeit ja schonmal vorsichtig hingewiesen, aber ey... fuck it, do your thing.“
Es gibt kein einheitliches „Männlichkeit“. Das ist ein subjektives Konzept. Das, wogegen ich schreibe, sind bigotte, undurchdachte und kontrafaktische Aussagen, welche eine marginalisierte Gruppe marginalisieren. Das hat nichts mit Männlichkeit zu tun, sondern mit Menschlichkeit. Dein Angle fühlt sich erschreckend ähnlich an wie was sexistische Männer als deflection nutzen, wenn sie auf Sexismus hingewiesen werden, nämlich meinen Standpunkt nicht inhaltlich sondern aufgrund einer mir zugeschriebenen Rolle wegen invalidieren.
„Wo wir kurz dabei sind: Finds ehrlich und ernsthaft schon länger sehr schade, dass Du quasi durch die Bank verbissen und unzufrieden rüberkommst, Caps. Das mit dem wuasi sofortigen Austeilen und dem Unterstellen, alle Anderen seien wesentlich dümmer, ist mMn. eine relativ neue Entwicklung, und vor ein paar Jahren noch nicht Dein Ding.“
Pls ragi, nicht alle anderen sind wesentlich dümmer, nur weil du es bist. Abgesehen ist dumm/schlau halt auch vollkommen außerhalb unserer Kontrolle, ist halt das Ergebnis einer Lotterie. Und hier gibt es auch genug User, die in der möglicherweise mehr als ich gewonnen haben, 41st kommt mir da in den Sinn, Gleep oder evtl Souli oder duri. IAllen auch noch und bestimmt habe ich ganz viele vergessen. Dich nicht, aber das ist auch okay so.
Abgesehen davon mag ich vllt auf dich verbissen und unglücklich wirken, aber ich bin gerade in letzter Zeit viel besser in der Lage mit dem ganzen negativen Zeug klarzukommen und mein Leben zu genießen. Mein verändertes Auftreten hier ist grundlegenden Veränderungen in meinem Modell dieser Welt geschuldet. Wenn du damit nicht klar kommst, dann lass es halt. Ich habe eh kein großes Interesse daran mich mit dir auszutauschen, in jeder zweiten Nachricht von dir sehe ich etwas, für das ich mich schäme (möglicherweise auch, weil das auch mal in mir war, will ich gar nicht ausschließen).
Und um das auch direkt klarzustellen: dass du dümmer bist als ich ist keine grundsätzliche Invalidierung deiner Aussagen oder Kommentare, oder das ich immer Recht habe und du nie, dümmer/schlauer ist eine einfache Heuristik die eine grobe Einordnung zur Schau getragener kognitiver Fähigkeiten ermöglicht. Diese Heuristik ist begrenzt aussagekräftig, aber ich folge ihr gewissenhaft und höre sehr genau zu, wenn jemand schlaues etwas schlaues sagt, und auch wenn jemand dummes etwas schlaues sagt. Wenn jemand schlaues etwas dummes sagt, dann weise ich darauf hin, wenn jemand dummes etwas dummes sagt ist das auch okay, solange das nicht im Widerspruch steht zu etwas schlauem. Und deine manchmal dummen Takes stehen manchmal im Widerspruch zu sehr schlauen Aussagen (und damit meine ich nichtmal meine im speziellen).
Natürlich ist dümmer/schlauer alles andere als präzise und meine flapsige Einschätzung, dass du dümmer bist als ich ist einfach angreifbar durch die bloße Kritik an unserem offensichtlich sehr wackeligen Konzept von Intelligenz, und streng formal ist das etwas, das ich nicht sicher wissen kann. Es ist halt im Grunde egal und letztlich kommt es auf den Inhalt an.
Ohne das hier jetzt zu sehr zu der anderen Debatte hin zu schieben: auch im menschlichen Sprachdenkprozesses kann es zu Halluzinationen kommen. Menschen machen Fehler beim Denken. Das zu verstehen und sich entsprechend zu verhalten ist der Schlüssel zu einem Fortschritt deines Bewusstseins. Und dabei geht es auch darum die Fehler in fremden Denkprozessen zu sehen, aber vor allem - mit großem Abstand vor allem! - die Fehler in eigenen Denkprozessen uu erkennen und sich ihrer bewusst zu sein. Und da hast du sehr starke Defizite, ragism.
(Oder du trollst halt, aber ich gehe zu deinen Gunsten davon aus, dass du in good faith agierst).
Gratulation an Gleep, Souli, 41st, Allen & Duri. Ich gönne euch das Fleisch. Ragi und ich wenden uns dann der Veggi-Variante zu. Die muss man bekanntlich nur grimmig angucken, dann sind die schon gebraten - völlig ohne Grill.
Der Podcast fängt schonmal sehr fragwürdig an mit pejorativer Zuschreibung von Homosexualität.
@Gleep: Danke, das hätte auch gepasst, Performative Male war der Begriff, den ich gesucht habe.
@caps: Dude, wir hängen jetzt hier seit ca 9 Jahren zusammen in diesem Forum ab. Du kennst meine politsiche Haltung, du weißt, womit ich mich so beschäftige, du kannst dir also eiegntlich schon denken, dass ich a) weiß, was dieser Begriff bedeutet, und mit b) schon klar ist, dass der nicht 100% passt. Das ist halt so das Ding bei Analogien, dass sie nicht genau gleich sind, sondern halt teilweise identische Verhältnisse zur Verdeutlichung eines Umstandes nutzen.
Inwieweit ich da eine Ähnlichkeit sehe, werde ich dir gerne später erläutern.
Den Take, das Männlichkeit ein rein subjektives Konzept ist, hast du hier schonmal gebracht, und ich halte ihn immer noch für falsch. Das ist, btw., auch breiter Konsens in der Geschlechter- bzw. Männlichkeitsforschung.
Ich schreib da gerne noch mehr zu, heute kann ich nicht, habe zu tun, mache ich aber gerne morgen.
Hm, nach den ersten 12 Minuten, die Drama Content sind und mich null interessieren, vor allem weil die Position des einen Dramateilnehmers auch nicht in einer Form wiedergegeben wird, die mir wirklich einen Einblick geben würde, in das, was er gesagt und geschrieben hat, sondern nur in Teilen (diese Teile sind allerdings dumm), Aber auch weil das mit der Situation hier gar nichts zu tun hat.
Danach habe ich wirklich versucht dranzubleiben, aber ich merke, dass das Zeitverschwendung ist und der Name Programm. Die ich als Marxist Analyse von dem Typen ist hirnverbrannt sondergleichen: Er denkt viel zu kurz und betrachtet feministisch zu sein für Männer als Malus, wobei viele Feminismen eindeutig und plausibel egoistischen Nutzen für Männer im erreichen feministischer Ziele postulieren. Ausgehend von dem Fehlschluss „Feminismus bad für Männerz, weil Männer dadurch ja verlieren und incel-ideologie ja eigentlich gewinnen für Männer bedeutet, also feministische Männer haben einen geheimen Grund, aus dem es sich lohnt Feminist zu sein“ kommen sie dann schnell zu „Der Grund sind pussies“ oder „weil dann können die sich besser fühlen“. Und auch wenn ich nicht bestreiten will, dass Männer existieren, bei denen dieses Verhalten zu beobachten ist, so muss ich aber doch darauf verweisen, dass die Verallgemeinerung falsch ist.
Ich bin gespannt auf die zu erwartenden Verrenkungen.
„Du kennst meine politsiche Haltung, du weißt, womit ich mich so beschäftige“
Zum Beispiel absurde, eurozentrisch-rassistische Theorien, dass nur weiße Rassismus ausüben könnten, ja. Deswegen um so wichtiger dir Impulse zu geben mal nachzudenken, statt nur zu fühlen.
Habs mir gerade anders überlegt mit dem "Ich schreib da gerne noch mehr zu". Du bist einfach ein latent sich selbst überschätzender, arroganter Pisser geworden, auf den ich keine Lust habe, meine Zeit zu verschwenden.
Schade drum, war mal ganz nett mir dir hier.
„Den Take, das Männlichkeit ein rein subjektives Konzept ist, hast du hier schonmal gebracht, und ich halte ihn immer noch für falsch. Das ist, btw., auch breiter Konsens in der Geschlechter- bzw. Männlichkeitsforschung.“
Wtf? Mann und Frau sind soziale Konstrukte und keine objektiven Kategorien. Jeder hat offensichtlich sein eigenes Bild von Männlichkeit, das ist eine Idee und damit schon aus der Definition heraus subjektiv. Und das ist breiter Konsens in der Theorie.
Wer überschätzt sich hier selbst? Ich bin gerne bereit solche Vorwürfe zu durchdenken und ich warte hier ja auf die Argumente, die einfach nicht kommen. Sorry, wenn ich mich zu hart gegen deine unbegründeten Vorwürfe gewehrt habe. Wenn du darauf kein Bock hast, dann äußere Kritik am Standpunkt, nicht an mir.
Nö. Ich hab kein Bock, mit jemadem zu diskutieren, der sich permanent im Ton vergreift.
Hierzu muss ich natürlich noch festhalten, dass du mit deinem initialen Kommentar hier den Ton für unsere Diskussion gesetzt hast. Ich glaube nicht, dass du wirklich white saviorism complex meintest. Deine Antwort an Gleep „Performative Male war der Begriff, den ich gesucht habe“ ist mir ohne diese Annahme unverständlich. Ich werde nicht spekulieren, was die Gründe sind, aus denen du meine Kritik an sexistischen Kommentaren mit inhaltsloser Rhetorik angreifst. Ist mir auch egal, ist deine Sache. Aber ich werde das auch von dir nicht tolerieren, also verzieh dich irgendwohin, wo deine kognitiven Dissonanzen nicht thematisiert werden. Ist sicher die richtige Entscheidung.
Keine Ahnung, warum mir „Du [oder heißt es: ihr?] führst dich auf wie kleine Kinder beim Schulsport!“ der Stieber Twins durch den Kopf geht. Reißt euch am Riemen, sonst wird das nix mit der Anarchie.
Dieser Kommentar wurde vor 9 Tagen durch den Autor entfernt.
Trotz der urlaubstechnischen Annehmlichkeiten würde ich mich stets, einer homosexuellen Ausrichtung vorausgesetzt, der ehelichen oder eheähnlichen Gemeinschaft mit Capslockftw verweigern, insbesondere aufgrund seiner mangelnden Zuhörer-Qualitäten.
Was ist dieses brache Land, wo ehedem ein Faden war? Woher stammen die rauchenden Krater? Was habt ihr schon wieder getrieben?
https://www.elle.de/lifestyle/psycho/9-eig…
Gibt es das auch von der Brigitte?
Ach, da wär mir beinahe Deine Antwort entgangen... Viel los bei mir zur Zeit. Danke jedenfalls für die kleine Korrektur, Caps. Bin froh, wenn auch Dein Auftreten hier (was auch immer das sei, bin z.T. auf gueldi angesprungen, weil mir - wie geschrieben - schon Ähnliches aufgefallen ist) nicht so viele Rückschlüsse auf Dein Real Life™ zulässt.
"also verzieh dich irgendwohin, wo deine kognitiven Dissonanzen nicht thematisiert werden. Ist sicher die richtige Entscheidung."
Tahahaha. Alter, wie lost kann man sein? Wer capslock nicht liebt, soll laut.de verlassen, oder was?
Lösch dich, du reaktionärer Schmutz.
Damit war eher gemeint: Dann kack mich nicht blöd von der Seite an.
Ich habe jedenfalls über diese Interaktion hier nachgedacht und möchte mich bei dir entschuldigen, gueldi, ausdrücklich für die Art und Weise und die Intensität meiner Kommunikation. Ich sehe es nach wie vor so, dass du mit deinem ersten Kommentar hier eine sehr unpassende und unbegründete Unterstellung abgeliefert hast, die sehr unangenehme Assoziationen weckt, und du hast dich keineswegs im Rest der Unterhaltung vorbildlich verhalten. Aber: Ich halt auch nicht, und wenn jemand anderes etwas falsch macht rechtfertigt das nicht sich gegenüber dieser Person auch falsch zu verhalten, ich hätte versuchen sollen dir sachlich zu erklären, dass ein Zusammenhang zwischen White Savior Complex und meinem Verhalten hier mehr als konstruiert ist, dass der richtige Begriff wenn schon "white knight" ist (oder "performative male", was meines Erachtens synonym ist), aber das auch dieser Begriff innerhalb eines Diskurses deplatziert ist, weil die bloße Fokussierung auf die Intention bei gleichzeitiger Ignoranz gegenüber der eigentlichen Handlung keinen Erkenntnisgewinn erlaubt und eine schlechte Intention auch ein maliziöser Vorwurf ist, da niemand seine Intention beweisen kann. Viel eher sollte auf die Handlung geschaut werden, und wenn (teilweise) Einigkeit herrscht darüber, dass eine Handlung "schlecht" war/ist, dann kann es nachgelagert sinnvoll sein auch über Intentionen zu sprechen.
So ist es nur das, was immer wieder von Feinden der Freiheit und Gleichheit proklamiert wird: "Du gehörst nicht zu der Gruppe, hör auf die Gruppe zu verteidigen". Und das ist für mich eine sehr perfide, spalterische Vorgehensweise, denn ich gehöre zur Gruppe Mensch und die halt nunmal auch, deswegen darf ich verdammtnochmal auch jede Untergruppe verteidigen, wenn ich das möchte, und die Sachen die ich zur Verteidigung sage sollen gefälligst wenn überhaupt auf argumentativer Sachebene kritisiert werden, nicht dadurch, dass mir eine Intention unterstellt wird.
Naja, jedenfalls Entschuldigung für die Härte meiner Worte gegen dich. Ohne mir dafür selbst Verantwortung absprechen zu wollen, es kommt sicherlich auch viel aus den Bräuchen und Sitten hier (die ich allerdings auch mitgeformt habe) und entspricht (leider) ziemlich den Umgangsformen, wie sie hier schon seit Ionen herrschen. Allerdings habe ich auf diese auch nicht mehr so richtig Bock, weswegen ich das hier schreibe und damit die zeremonielle Mettenreichung vollziehe.
Yo, caps, also erstmal mad probs für diesen Post und dafür, dass du den ersten Step zur zeremoniellen Mettenreichung gemacht hast.
Ich bin heute morgen aufgewacht und musste tatsächlich als erstes an diesen Faden hier denken, eng verknüpft mit der Frage: was zum tue ich hier eigentlich???
Also: ich kann dem, was du zu meinem ersten Kommentar geschrieben hast, gar nichts hinzufügen, das ist alles richtig.
Ich zweifle auch gar nicht deine Intention an oder kritisiere den Inhalt (was du unter dem Punkt "Feinde der Freiheit und Gleichheit" geschrieben hast, teile ich komplett), was mich oft bei deinen Sachen triggert, ist der Ton, also, will sagen: der performative Akt, mit dem du deine Standpunkte vertrittst.
Das ist aber ein ziemlich komplizierter Punkt, vor allem in einem Medium, in dem man rein über Schrift kommuniziert, der sich in meinem maliziös-schnippischen Post überhaupt nicht niedergeschlagen hat.
Deswegen: ausdrückliche Entschuldigung von meiner Seite dafür an dich.
Weiterhin hat mich unser Schlagabtausch und die von dir angesprochenen Bräuche und Sitten hier im Forum erneut dazu gebracht, über mein Agieren im digitalen Raum nachzudenken.
Auf der einen Seite begreife ich diese digitalen Diskursräume als Teil unserer politischen Realität, die ich, als mich politisch definierender Mensch, mitgestalten möchte, bzw. ich mich geradezu verpflichtet fühle, es zu tun, auf der anderen Seite merke ich, dass ich in ihnen vollkommen anders agiere als im RL und Verhaltensweisen reproduziere, die ich eigentlich als destruktiv ablehne. Außerdem kann ich beobachten, dass meine Weltsicht negativer wird, je mehr ich mich in diesem Räumen aufhalte.
Vor allem hier in diesem Forum finde ich den Aspekt mit den destruktiven Verhaltensweisen interessant, da das hier ja ein realtiv geschlossener Muppet-Zirkel ist, in dem man eigentlich die Möglichkeit hätte, ein porduktives Miteinander zu pflegen. Stattdessen sind wir, wie verhuscht es schrieb, Teil einer stark toxisch geprägten Pmmlparade.
Was dann, das haben wir ja schon mehrfach erlebt, bisweilen bis zur Selbstlöschung von Muppets führt. Und damit meine ich jetzt nicht das kompromislose Fronten von irgendwelchen Incel-Trollen, sondern... naja, ich hab mich hier schon aus diesen Gründen gelöscht, Chris, jetzt verhuscht...
Anyways, ich komm da jetzt auch auf keinen Punkt, merke ich.
Jedenfalls, danke für das Reichen der Mettenpfeife, ich ziehe und reiche zurück.
Wenn Huschi das nur sehen könnte.

omg, ich will so eine Mettenpfeife!
Starke moves von euch beiden. Bin ganz gerührt!
**im Off brüllt der Direktor: "Und wie kriegen wir jetzt nochmal den Bruch der vierten Wand rein?", auf der anderen Seite dreht sich 41st unter süffisantem Langsamklatsch im Schalensessel**
Guter Witz! Mit dieser Aufführung eines absoluten laut.de-Klassikers, der Schmelzrunterauseinandersetzung, den Stoff Sexismus bearbeiten und mit dem männlichstem Tropus überhaupt, Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, schließen.
**direkter Blick in die Kamera**
Aber, liebe Schreiber:innen, wann denkt ihr euch eigentlich mal einen neuen Bogen aus?
Naja, wenn beide ihr Ego für einen Moment verlassen, ist das doch absolut Lobenswert. Nur die für Capslockftw erwartbare Gegen-Entschuldigung von Gueldi hätte nicht unbedingt sein müssen, aus den von dir erwähnten Spannungsgründen, 41st. Und Loben find' ich auch doof. Kann es nicht mehr hören. Ach, ihr seid einfach alle trotzdem scheiße
**steckt den Kopf nochmal durch die Abblende**
Und kann um Himmels Willen mal einer das Wiesel aus dem Skript streichen, hm? Danke.
Hätte den Vorteil, dass du danach der erste wärst, der das Spiel durchschaut hätte
.
Auch noch ein schönes Detail, dass dieser ganze Schlagabtausch unter dem Album "Ohrfeige" von Ikkimel stattfand