Protest vs. Party
Apropos Ikkimel: Die ist vergangene Woche bei den Feierlichkeiten zum 1. Mai in Kreuzberg aufgetreten. Oder waren es Proteste? Man weiß es nicht ganz genau. Die Demonstrationen standen jedenfalls unter dem Motto "Revolutionärer 1. Mai – Freiheit. Frieden. Solidarität." Statt nach Revolution sah es stellenweise aber doch eher nach Rave aus, zum Beispiel eben beim Überraschungs-Auftritt von Ikkimel. Die spielte auf Einladung der Linken auf dem Mariannenplatz. Etwa 9.000 Menschen wollten das sehen.
In Berichten war hinterher von "Massenpanik" die Rede. Polizei und Feuerwehr behaupten dagegen, der Auftritt sei "störungsfrei verlaufen". Die Wahrheit steckt wahrscheinlich, wie so oft, irgendwo dazwischen im Gedränge fest.
Die Vermengung von politischem Protest und Party störte manch eine*n übrigens enorm. Die Feierei lenke vom eigentlichen Anliegen des Arbeiterkampftags ab, hieß es. Immerhin gab Ikki auf der Bühne die entschlossene Streiterin für Arbeitnehmer*innenrechte: "Ich bin für die Vier-Stunden-Woche und mehr Gehalt", verkündete sie. "Und ich find es wichtig, dass wir dafür kämpfen." Friedrich Merz missfällt das zweifellos, also: recht so.
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