Planktonweed
Hier sind meine vier Beobachtungen zu "Planktonweed".
1) Oh mein Gott, die Dubstep-Beats
Als aller erstes, bevor wir in das Rappen an sich reingehen: Ich muss schon sehr schlucken ob der Produktion. Hausproduzent Digital Drama ist kein Mann von Subtilität. Wir hatten kurz diskutiert, ob man hier frühe Vorläufer von Trap in Deutschland hören könnte. Und ja, Spongebozz hat wohl im JBB auf Ace Hoods Klassiker "Bugatti" gerappt, ergo ist da ein bisschen Trap-DNA in Dramas Arbeit drin. Vor allem dann, wenn er diese überkandidelten, viel zu Lauten Snarerolls pullt. Wäre der Beat Suppe, dann würden die sich jeweils anfühlen, als würde man auf Kieselsteine beißen.
Aber ich glaube nicht, dass Drama genug plugged in ist, um im Dialog mit Trap zu stehen. Höchstens kann ich mir vorstellen, dass die Kollegah-Producer, die er imitiert, mal T.I. gehört haben. Ansonsten würde ich sagen, die Soundkulisse für dieses Album ist einfach alles, was man anno 2013 in epischen Call Of Duty-Fanedits verwenden würde. Inklusive ein paar richtig Wobwob-schrubbiger, schranziger Dubstep-Beats. Die der schlimmsten Gattung, die irgendein absoluter Hurensohn gegen dich in der RBA picken würde. Es ist das billigste, plastikigste, dümmste Ausführen der Idee von Epik, das man sich vorstellen könnte.
2) Die Technik, die Technik-Thaddäus
Und damit kommen wir zum großen Verkaufsargument dieses Albums: Die Technik. Die Songs haben im Grunde kein Songwriting. Du kannst deinen Arsch darauf verwetten, dass die Hook aus einem Wort oder einer Phrase besteht, nämlich dem Trackitel, der singsangig in den Boden gerammt wird. Abseits von hauchdünnen Thementrack-Motiven (in "G.T.A. Bikini Bottom" werden ein paar Wörter aus dem Videospiel übernommen, zum Beispiel) ist es alles die gleiche Punchline-Brühe, die für Reimketten und Doubletimes verwendet wird.
Ich komme nicht drumherum: Ich finde das recht langweilig. Vor allem, so sehr es mir widerstrebt, dem Komplimente zu machen: Spongebozz ist doch irgendwie kein Kollegah. Zumindest in der Hinsicht, dass der in seiner Prime immerhin so überkandidelte Wie-Vergleich-Frankensteine an den Start gebracht hat, dass sie im Kopf bleiben. Dass man beim ersten Mal vielleicht kurz schmunzelt. Spongebozz hat diese Zünder-Lines nicht. All seine Vergleiche laufen heraus auf "ich bin Gangsterboss wie [Gangster in einem Film]".
Gerade gehe ich noch einmal durch die Genius-Page und bin tatsächlich ein bisschen schockiert über die reine Highlightärme seiner Texte. Ja, da reimt sich wirklich viel. Aber im Grunde ist es immer der selbe gleiche Wortsalat aus Cracktickern und Barettas und Gangsterbossen, der so sehr zerschlissen und auf dem Reim geschrieben am Ende auch nicht viel bedeutet.
1 Kommentar
Da greift das Gio-Zitat am besten:
"Du redest von Planktonweed
Wie du mit Gunshots schießt
Wie du mit Plankton dealst
wie du mit Cumshots schießt
Coool.... jeder kann so dumme Texte schreiben"