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Schweden: Felicia - "My System"

Wen haben wir denn hier?

Huch?! Ist schon wieder Pandemie? Nö, für ihre Verhältnisse kommt Felicia mit ihrer Paillettenmaske hier sogar vergleichsweise unverschleiert daher. Bis letztes Jahr war sie noch als Fröken Snusk unterwegs, dick vermummt mit Sturmhaube. Nur konsequent, dass sie 2024 auch die schwedische Ausgabe von "The Masked Singer" gewonnen hat. Demaskieren ließ sie sich dort aber nur bis zu einem gewissen Grad: Felicia machte damals noch ein ziemliches Geheimnis aus ihrer Identität. Inzwischen tritt sie aber unter ihrem eigenen Namen auf. Gleich mit ihrer ersten Single abseits der Kunstfigur, "Black Widow", schaffte sie es im vergangenen Jahr in die schwedischen Singlecharts. Ihren ESC-Beitrag "My System" platzierte sie dann direkt auf der Eins.

Was singt die da?

Was beginnt wie ein 08/15-Popsong, mutiert unversehens zu bratzigem Bummstechno, den EPA Dunk legt eine halt einfach doch nicht mit der Balaklava ab. Die Performance begleitet eine flackernde Lasershow, als sei man versehentlich in eine Großraumdisko gestolpert. Felicias Stimme wirkt in all dem Gedöns fast bisschen dünn. An der einen oder anderen Stelle drängt sich zudem der Verdacht auf, dass unter den sechs (!) Songwritern und Producern, die für diesen Track verantwortlich zeichnen, mindestens eine Person ziemlich gerne "Everytime We Touch" gehört hat.

Wie finden wir das?

Och, da mag eine ganze Menge billige Effekthascherei drinstecken, doch das hat schon Wumms. Einen Innovationspreis verdient Schweden dafür aber nicht.

Hat das Chancen?

Zum Sieg wirds wohl auch nicht reichen. Der Finaleinzug sollte Felicia, glaubt man den Wettquoten, aber sicher sein: Die normalerweise recht treffsicheren Buchmacher*innen notieren den schwedischen Beitrag locker im oberen Drittel.

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