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Dänemark: Søren Torpegaard Lund - "Før Vi Går Hjem"

Wen haben wir denn hier?

Obacht, Favoriten-Material! Søren Torpegaard Lund ist eigentlich ein Musical-Darsteller, also ganz grundsätzlich schon bestens qualifiziert, um Dänemark beim ESC-Spektakel zu vertreten. Als jüngster Studierender jemals wurde Lund mit 17 an der Musical-Academie der Danish National School of Performing Arts aufgenommen, wo er 2019 seinen Abschluss machte.

Seither steht er auf der Bühne, was ihm bereits einen Theaterpreis einbrachte. 2023 unternahm er den ersten Anlauf gen ESC, der endete allerdings im Vorentscheid. Seine musikalischen Ambitionen befeuerte das offenbar nur: Im selben Jahr veröffentlichte Lund seinen ersten selbstgeschriebenen Song, eine EP folgte 2024.

... und der ESC? Für den zweiten Versuch standen die Vorzeichen schlecht: Gegen Sissal, die Dänemark bereits beim Wettbewerb in Basel vertreten habe, gaben die Wettanbieter*innen dem Herausforderer keine Chance. Manchmal irren sich aber sogar die: Søren Torpegaard Lund holte sich das Ticket nach Wien, zu aller Überraschung, allem voran zu seiner eigenen. Glückwunsch! Sehr verdient. Einen Typen, der Tacos im Bett isst und seine eigenen Pullis strickt, kann man ja eigentlich nur feiern.

Was singt der da?

... und dann singt er auch noch auf Dänisch! Also, ich hoffe, er ist dabei geblieben. Offenbar gab es Überlegungen, "Før Vi Går Hjem" ("Bevor wir nach Hause gehen") für den Wettbewerb ins Englische zu übersetzen. Na, hoffentlich nicht. Wir wollen jeden einzelnen der lustigen, oder wie Lund es nennt, "albernen dänischen Spezialbuchstaben" behalten, bitte!

Wie finden wir das?

Yo, das ist astreiner Elektropop, der sich schon allein deswegen vom Gros der anderen Beiträge abhebt, dass man eben nicht nach ein paar Sekunden todsicher weiß, wohin sich alles entwickeln wird. Optisch hat das schon ein paar Parallelen zur Performance des Vorjahresgewinners JJ, ja. Man erwartet jeden Moment den Ausbruch in Operngesang, aber da der nicht kommt, ist "Før Vi Går Hjem" letzten Endes eben doch ein ganz anderer Song als "Wasted Love". Auch immer schön, wenn man merkt, dass hinter so einem Auftritt ein paar mehr Ideen stecken, als nur drei Minuten rhythmische Sportgymnastik abzureißen. Daumen hoch dafür.

Hat das Chancen?

Aber hallo hat es die! Die Buchmacher*innen sehen ihn hier als den Gewinner des Halbfinales - mit weitem Abstand vor der Konkurrenz. Was fürs Finale, sagen wir mal, nicht das allerschlechteste Omen ist ... auch wenn sie im Fall Søren Torpegaard Lund, siehe oben, ja auch schon daneben lagen.

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