Seite 20 von 22

Cyberpunk 2077

Apropos Cyberpunk 2077: Das (anfängliche) Desaster von "No Man's Sky" hätte für das polnische Gaming-Studio CD Projekt eine Warnung sein müssen, dennoch baute man auch hier unrealistische Erwartungen auf. Der Schauplatz Night City wurde als pulsierende Megacity angekündigt, verkam aber nach ein paar Stunden Spielzeit zur Kulisse. Von dynamischen NPCs und revolutionärer KI war nichts zu sehen, dafür gab es unzählige Glitches und sagenhaft blöde Bewohner, die einem immer wieder mit denselben Gesichtern über den Weg liefen. Sony nahm das total verbuggte Spiel sogar aus dem Store und erstattete das Geld: eine beispiellose Bruchlandung, die CD Projekt den nötigen Weckruf entgegenschallen ließ. Mit vielen Patches und der fantastischen Erweiterung "Phantom Liberty" gewann das Studio das Vertrauen der Spieler zurück.

An dem hektischen Soundtrack lag es natürlich überhaupt nicht. Wie beim großen Vorbild "GTA" hört man im Radio abgedrehten Sound von Grimes oder Run The Jewels oder erfreut sich am druckvollen Industrial-Score von Marcin Przybyłowicz, Paul Leonard-Morgan und P.T. Adamczyk. Keanu Reeves taucht als zynischer Rockstar Johnny Silverhand auf, und die schwedische Hardcore-Punk-Band Refused spielten für die fiktive Band Samurai ein paar Songs ein, die genau zur abgefuckten Anarcho-Attitüde passen. Ein Typ, der eine Atombombe im Gebäude eines teuflischen Tech-Konzerns platziert, war aber auch ein Match made in Heaven für die politisch links stehende Band, die auch im Interview viel über Revolution und Kapitalismus sprach.

Seite 20 von 22

Weiterlesen

Noch keine Kommentare