Eigentlich hatte sich Live Nation mit dem Justizministerium bereits geeinigt, doch nun verlor der amerikanische Konzertriese vor Gericht.

New York (mag) - Der Konzertkartenverkäufer Ticketmaster und sein Mutterunternehmen Live Nation sind am Mittwoch von einem New Yorker Gericht wegen Wettbewerbsverstößen verurteilt worden. Der US-Konzern soll über Jahre hinweg ein Monopol in der Musikindustrie aufgebaut haben. "Live Nation und Ticketmaster haben viel zu lange Fans und Künstler*innen ausgenutzt, indem sie die Ticketpreise erhöht und jegliche Konkurrenz, die ihre Marktposition bedrohte, unterdrückt haben", erklärte die Generalstaatsanwältin Laetitia James aus New York bei der Urteilsverkündung.

1,72 Dollar (1,49 Euro) mehr pro Ticket: Diesen Aufschlag sollen Fans an 257 Veranstaltungsorten weltweit unrechtmäßig gezahlt haben. Zudem soll das Unternehmen die Vergabe von Auftritten in eigenen Locations unzulässig daran geknüpft haben, dass Künstler auch die Werbedienste von Ticketmaster nutzen. Die Klage wurde von mehr als 30 US-Bundesstaaten eingereicht.

Ärger über 'Dynamic Pricing'

Es ist nicht das erste Mal, dass Ticketmaster in der Kritik steht. 2022 etwa empörten sich Fans über endlose Warteschleifen und horrende Preise beim Ticketkauf für die "Eras"-Tour von Taylor Swift. Auch bei Touren von The Cure, Oasis und Neil Young ärgerten sich Fans über das sogenannte Dynamic Pricing, bei dem Veranstalter die Ticketpreise laufend der aktuellen Nachfrage anpassen.

Bisher hat das Gericht noch keine Strafe festgelegt. Live Nation rechnet mit Schadensersatzzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe. Außerdem könnte es Anordnung zur Aufspaltung von Ticketmaster und Live Nation geben - eine Maßnahme gegen die sich der Konzern bereits vor knapp zwei Jahren gewehrt hatte. Auch jetzt kündigt der Konzern Berufung gegen das Urteil an.

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