Platz 10: "Will Of The People" (2022)
Ein Songtitel wie "We Are Fucking Fucked", ein seltsamer Marilyn-Manson-"The Beautiful People"-esker Singsang als Teaser, ein Albumcover, das lächerlich daran scheitert, monumental zu wirken: Man konnte schon im Vorhinein absehen, dass da kein Meisterwerk kommen würde. Andererseits berichteten einige Fans begeistert von Konzerten im Sommer, bei denen Muse einen neuen Song namens "Kill Or Be Killed" spielten, für viele "ihr bester Song seit langem"! Auch "Won't Stand Down" war zwar nicht weltbewegend, aber zumindest mal wieder heavy.
Was letzten Endes bei uns landete, war ähnlich durchmischt wie diese Erwartungen, aber primär enttäuschend. Für manche – vor allem Menschen, die mit Muse ohnehin schon abgeschlossen hatten – war das der finale Sargnagel der Band und ein Zeichen dafür, was mit einst großen Rockbands falsch laufen kann, wenn ihnen langweilig wird. "Will Of The People" eines der schlechtesten Rockalben der 2020er zu nennen, ist aber übertrieben.
Wobei ... es macht schon echt einiges falsch: Der Titeltrack ist faszinierend schamlos schlecht. Die Produktion, insbesondere die der Synths, klingt auf "Compliance" unangehm. "Liberation" ist der seelenloseste Queen-Ripoff, den Muse bis dato gemacht haben (und von denen haben sie viele gemacht). Die Balladen? Out of touch und langweilig. Zudem treibt das Album ein Problem auf die Spitze, das Muse schon immer plagte: politisches Commentary, das so vage bleibt, dass man mit bösem Willen oder ohne Vorwissen fragwürdige Ansichten hineininterpretieren könnte. Unterhaltsame Momente gibt es trotzdem noch, selbst wenn es nur ein cheesy Halloween-Song oder ein Throwback in progressivere, intensivere Muse-Tage ist.
Anspieltipps:
"Kill Or Be Killed", "You Make Me Feel Like It's Halloween"
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