Platz 9: "Drones" (2015)
"Drones" hat zwar zwei oder drei Songs, die besser sind als alles auf Platz acht, aber es landet hier, weil es ein besonders frustrierendes Album in der Muse-Diskographie ist. Nach Alben, die immer mehr Elektronik, Pop und Orchestersoße begrüßten, nörgelten viele Fans: "Muse waren doch mal heavy! Was ist mit meiner schönen Rock-Band passiert?!" Muse so: "Wir erhören euch!" Das Ergebnis wirkte eher, als wollten sie unbedingt Fan-Service betreiben und hätten dabei vergessen, was ihre alten Rock-Songs tatsächlich gut machte. Sie strecken sich nach "progressiv" aus und landeten bei "regressiv".
Ein polarisierendes Beispiel: "Psycho". Das Riff hatte die Band schon seit Mitte der 2000er live am Ende anderer Songs gespielt. In dem Kontext geht es auch gut rein. Aber als Kern dieses neuen Songs wirkt es wie ein Rock-Klischee, wie ein Soundtrack zu Motorrad-Montagevideos und Ray-Ban-Aviator-Sonnenbrillen. Vor allem, weil der Song ansonsten nichts Gutes bietet. Dieser schreiende Drill-Sergeant ist weder badass noch beängstigend, hauptsächlich nervig. Einzig in "Reapers" und "The Handler" rocken Muse cringefrei und liefern ziemlich legendäre Gitarrenarbeit ab.
"Drones" scheitert an großer Ambition, die nur bis zum ersten oder zweiten Schritt durchdacht wurde und die sie dann mehr schlecht als recht zu Ende bringen. Das groß als "Citizen Erased 2", als Prog-Epos angekündigte "The Globalist" zum Beispiel hat zwar einige nette Momente, streckt diese Laufzeit aber so undynamisch strukturiert, dass es wirkt, als wolle man verzweifelt die zehn Minuten vollkriegen. Zudem möchte "Drones" ein Konzeptalbum sein, das davon erzählt, wie Menschen zu Kampfmaschinen werden. Aber es geht so oberflächlich auf all das ein und prügelt hauptsächlich die Themen Hilflosigkeit, Rebellion und das Stichwort "drones" in jeden Song. Die meiste Zeit klingt das Album selbst so leblos wie die Drohne.
Anspieltipps:
"Dead Inside", "Reapers", "The Handler"
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