Platz 5: "Showbiz" (1999)
Als Muse 1999 ins Rampenlicht traten, wurden sie von vielen noch als Radiohead-Klone abgetan – wie wahrscheinlich einige kurz nach "OK Computer". Aber egal, wie lang diese Debatte nun schon dauert: Eigentlich ist das ein sehr oberflächlicher Vergleich, so viel haben Muse und Radiohead gar nicht gemeinsam. Natürlich ist ein Einfluss spürbar: Traurig und dystopisch klingt die Musik oft, und Chris Wolstenholmes verzerrter Bass ist ziemlich "Exit Music". Am meisten wird bemängelt, Bellamys hohes Geheule imitiere Thom Yorke, aber eigentlich haben es beide von Jeff Buckley. Auf "Showbiz" erscheint der Radiohead-Vergleich noch am validesten.
Muse legten dennoch ein Debüt mit recht klarer Identität vor: Drama, fuzziges Gitarrenfeedback, prägnante Basslines, sich überschlagender Gesang, leicht klassisch angehauchte Melodik. Mix und Master engten die Songs zwar noch ein wenig ein, aber "Muscle Museum", "Cave" oder "Showbiz" explodieren emotional schon sehr mitreißend. Damals war das alles noch von einer gehörigen Portion Teenage Angst getrieben, sowohl in Bellamys Stimme als auch bei den Texten. Alle, denen das nicht zu weinerlich ist, kommen gerade deswegen gerne wieder zu "Showbiz" zurück. Oder sie sollten es, das Album ist ziemlich unterbewertet und wird oft übersehen. Angsty Muse schenkten uns immerhin "Unintended", eine Ballade, die so schön ist, dass die Band sie live immer wieder auspackt.
Anspieltipps:
"Sunburn", "Falling Down", "Cave", "Unintended"
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