Platz 4: "The Resistance" (2009)
Hier begann für die meisten Fans die Spaltung. Muse offenbarten, wieviel Kitsch und große Gesten mit nicht so viel Bedeutung dahinter in ihnen steckten. Matt Bellamy sang plötzlich schwülstiger und schleimiger, Dominic Howards Drums klangen mitunter, etwa in "Guiding Light", wie riesige Donnerschläge. Ob man sich an so etwas verschluckt, macht den entscheidenden Unterschied.
Musikalisch macht "The Resistance" nämlich viel richtig. Es ist für viele das Orchester-Album, aber es fusioniert das mit verschiedenen Dingen: mit modernem Elektro-Pop in "Undisclosed Desires", mit Queen-Harmonien in "United States Of Eurasia", mit Space-Rock in "MK Ultra". Die Songs sind mal vielteilig, mal catchy, in genau der richtigen Balance daraus.
Muse durften hier zum ersten Mal ein Album selbst produzieren und tobten sich dementsprechend aus. Zwar klangen die Gitarren nicht mehr so bissig wie früher, dafür werden Chopin-Nocturnes und Saint-Saëns-Opern zitiert und verwurstet, Orwells "1984" dient als Story, eine dreiteilige "Symphony" beendet das Album: Muse fahren schon sehr groß auf. Das ist natürlich nicht so profund, wie es verspricht, aber es ist einfach packend, abwechslungsreich und voller guter Melodien und Wendungen. Muse nahmen vieles in Angriff, und man folgte ihnen gerne, bei jeder noch so übertriebenen Idee. Auf späteren Alben würden diese Ideen tendenziell lebloser klingen.
Anspieltipps:
"United States Of Eurasia", "Unnatural Selection", "MK Ultra"
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