Der Sänger ist am Montag im Alter von 79 Jahren gestorben, nachdem er im August nach einem Konzert in Köln einen Herzstillstand erlitten hatte.
Sydney (alc) - Gary 'Angry' Anderson ist tot. Der Sänger der australischen Band Rose Tattoo starb im Alter von 79 Jahren. Am 7. August hatte die Band auf der Tour zum 50-jährigen Jubiläum noch ein Konzert in Köln gespielt, tags darauf erlitt Anderson einen Herzinfarkt und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Seine Familie gab nun die traurige Nachricht über die Social Media-Kanäle der Band bekannt.
Rose Tattoo gründeten sich 1976 in Sydney, zuvor spielte Anderson zusammen mit dem späteren AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd in der Formation Buster Brown und baute sich eine treue Anhängerschaft in Melbourne auf. Doch das war nur die Generalprobe. Rose Tattoo waren ein weitaus härteres Kaliber. Slide-Gitarrist Peter Wells verlieh ihrem Sound etwas Bedrohlicheres und eine gehörige Portion Lautstärke, doch es war Andersons Stimme, die alles dominierte.
Bei Buster Brown hatte er sich als fähiger Blues-Sänger erwiesen. Bei Rose Tattoo scherte er sich selten um solche Feinheiten, dort gab es puren Rock'n'Roll aufs Ohr.
Auch wegen seiner geringen Körpergröße entwickelte er eine Vorliebe dafür, sich mit Typen anzulegen, die doppelt so groß waren wie er. Das brachte ihm einst den Spitznamen 'Angry Anderson' ein. Das erste, selbstbetitelte Rose Tattoo-Album mit den Singles "Bad Boy For Love" und "Rock'n'Roll Outlaw", das 1978 erschien, gilt als Klassiker des Genres.
So richtig in Fahrt kam die Karriere in der Heimat aber erst, nachdem sie Europa betourten und sich Anderson bei Auftritten gerne mal die Rübe am Verstärkerturm blutig schlug. Nach ihrer Rückkehr nach Australien wurden sie als Helden gefeiert und landeten mit "We Can't Be Beaten" vom dritten Album "Scarred For Life" einen Hit, bevor sich Rose Tattoo 1987 vorübergehend auflöste.
1993 folgte die Reunion, als Guns N' Roses ihnen den Support Slot auf der "Use Your Illusion"-Tour anboten. Im selben Jahr wurde Anderson mit dem Order Of Australia ausgezeichnet.

2 Kommentare
Richtige Rampensau mit ner überaus sozialen Ader.
Als Botschafter für Kinderschutzkampagnen war er selbst von schwerem familiärem Missbrauch in seiner Kindheit geprägt.
Ruhe in Frieden, Angry.
Das ist richtig traurig. Die Tatts haben mich durch die Anfänge der 80er begleitet. Der erste Auftritt auf Wacken 2000 war eine einzige Freude - vor allem weil ich festgestellt habe, dass auch alle um mich herum textsicher waren und ich nicht der einzige Nerd war der Rose Tattoo liebte. Dafür und für viele weitere folgende Konzerte ein großes, ehrfürchtiges Dankeschön! Ein trauriger Tag.